Jobwechsel-Kompass: Stühlerücken auf dem Arbeitsmarkt

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Der Jobwechsel-Kompass zeigt: 62 Prozent der Arbeitskräfte sind offen für einen Jobwechsel, immer mehr Unternehmen beenden ihren Einstellungsstopp. Das HR JOURNAL stellt die Ergebnisse exklusiv vor.

Nachdem sich bereits im Juni diesen Jahres eine Aufbruchsstimmung auf dem deutschen Arbeitsmarkt bemerkbar machte, steigt die Wechselbereitschaft bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter deutlich an. So wuchs die Anzahl derjenigen, die sich aktuell einen Jobwechsel vorstellen können im Vergleich zum Sommer um 6 Prozent auf 62 Prozent. Mehr als zwei Drittel (34 Prozent) sprechen gar von einem sehr ausgeprägten Wechselwunsch.

Das ist ein Ergebnis des aktuellen Jobwechsel-Kompass, den die Königsteiner Gruppe jedes Quartal gemeinsam mit der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de erhebt. Zu Beginn des Jahres hatte der entsprechende Wechselwert noch bei 43 Prozent gelegen.

Mit Zuversicht zu neuen Ufern

Bei ihrem Ansinnen, ihren aktuellen Job zugunsten einer neuen Herausforderung zu beenden, glauben die meisten Befragten fest daran, gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu besitzen. 48 Prozent von ihnen sind diesbezüglich optimistisch. Besonders auffällig: Der Anteil derer, die von sehr guten Wechselaussichten ausgehen, stieg um 4,3 Prozent im Vergleich zum Juni auf aktuell 12,7 Prozent.

Jobwechsel-Kompass ist Weckruf für Unternehmen
Nils Wagener ©Cherie Birkner

„Die stetig ansteigende Wechselstimmung auf dem Arbeitsmarkt ist ein Ausdruck des Vertrauens, das viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder in die Zukunft setzen – in die eigene und in die der Unternehmen. Für Arbeitgeber ist das Ermutigung und Weckruf zugleich. Denn einerseits steigen so ihre Chancen, jetzt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, andererseits müssen sie aber auch damit rechnen, dass ihre aktuellen Mitarbeitenden auf dem Sprung sind“, so Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe.

Anzahl der Unternehmen mit Einstellungsstopp fast halbiert

Viele Unternehmen haben den Trend zum Jobwechsel erkannt und entsprechend reagiert. Ein Einstellungsstopp herrscht derzeit gemäß Angaben der Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer zurzeit nur noch bei 17,2 Prozent der Unternehmen. Zum Vergleich: Anfang des Jahres hatten noch 31 Prozent der Unternehmen kategorisch auf Neueinstellungen verzichtet.

Jobwechsel-Kompass: Recruiting-Maschine angeworfen
Peter Langbauer

„Die Zeit, in der Kurzarbeit und Einstellungsstopp die Regel bei deutschen Arbeitgebern waren, ist vorbei. Die allermeisten Unternehmen haben die Recruiting-Maschine wieder angeworfen und zeigen so, dass sie mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neues Wachstum erreichen möchten“, so Peter Langbauer, Geschäftsführer von stellenanzeigen.de, zu den Ergebnissen.

Umweltbewusstsein spielt große Rolle für den Jobwechsel

Während sich die Großen der Politik auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow zu neuen Klimazielen austauschen, ist die Debatte um das Thema längst auch in der Jobsuche angekommen. So geben im Rahmen des Jobwechsel-Kompass 58 Prozent der Befragten an, dass das Umweltbewusstsein eines Unternehmens für sie heute eine größere Rolle spielt als früher.

Zudem: 69 Prozent gehen davon aus, dass das Thema in Zukunft noch bewerbungsrelevanter werden wird. Entsprechend stehen auch klimarelevante Arbeitgeberleistungen bei einem Wechsel des Arbeitgebers hoch im Kurs: Fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) finden Job-Bikes als klimafreundliche Benefits attraktiv.

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Über den Jobwechsel-Kompass

Für den Jobwechsel-Kompass befragen die Königsteiner Gruppe und stellenanzeigen.de in regelmäßigen Abständen 500 Arbeitnehmer zu ihren beruflichen Zukunftsaussichten. Der aktuelle Befragungszeitraum lag für die vorliegende Ausgabe im Oktober 2021. Alle Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Befragung erwerbstätig.

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