Learnings: Eine virtuelle Trainingswelt etablieren

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Publicis Sapient hat die Weiterbildung in eine virtuelle Trainingswelt verlagert. Myra Egeler, Senior Manager Learning, Talent & Culture EMEA, berichtet über Learnings.

Die Pandemie war und ist eine massive Herausforderung für uns alle. Für das Learning & Talent Development-Team bei Publicis Sapient bedeutete die Krise jedoch auch eine Chance. Sie beschleunigte einen Schritt, mit dem wir schon länger geliebäugelt hatten: Die Etablierung einer überwiegend virtuellen Trainingswelt.

Lebenslanges Lernen als Teil der Unternehmenskultur

Als digitale Pionierinnen / Pioniere der ersten Stunde liegt Transformation in unserer DNA. Das Thema Weiterentwicklung ist seit jeher fest in unserer Unternehmenskultur verankert. Daher zählt „Learning Mindset“ auch zu den Core Values bei Publicis Sapient. Eine agile Geisteshaltung und das kontinuierliche Lernen sind für uns als Beraterinnen und Berater unabdingbar. Interne Umfragen zeigen, wie wichtig Fortbildungen für den Erfolg unseren Kundenprojekte sind, aber auch für unsere Positionierung als attraktiver Arbeitgeber.

Um unseren Kolleginnen und Kollegen im New Normal alle Möglichkeiten zu bieten, mussten wir schnell handeln. Dank der KI-basierten Kommunikationsplattform der Publicis Groupe namens Marcel gelang die Umstellung auf rein digitale Trainingsprogramme nahezu reibungslos, denn mit dem Learning-System „Marcel Classes“ war die technologische Grundlage bereits vorhanden.

Die Grenzen des virtuellen Raums

Von heute auf morgen verlagerten wir unsere Aktivitäten in den virtuellen Raum, alles rein digital mittels Zoom- oder Teams-Calls. Bedauerlicherweise gingen dabei auch einige verbindende Elemente verloren, beispielsweise bei unserem legendären „Sapient Start“. Vor der Pandemie luden wir monatlich alle neuen Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter aus Europa nach London ein, um an einem viertägigen Onboarding-Programm teilzunehmen. Neben dem inhaltlichen Ramp-up geht es darum, sich persönlich kennenzulernen, internationale Kontakte zu knüpfen und abends um die Häuser zu ziehen. Dies funktioniert im virtuellen Raum natürlich nur bedingt.

Virtuelle Trainingswelt: Mit Diversität in die Zukunft

Eine virtuelle Trainingswelt fördert Vielfalt

Doch auch wenn die digitalen Formate einige Aspekte der persönlichen Treffen missen lassen, so haben wir unbestritten vieles dazu gewonnen. Da wäre zunächst einmal die Vielfalt. Virtuell lassen sich viel mehr Initiativen standortunabhängig und parallel anbieten. Im virtuellen Raum haben wir Zugriff auf die besten Trainerinnen und Trainer, egal aus welchem Land der Welt. So bieten wir beispielsweise neuerdings das „Consultative Experience“-Programm an, dessen Kursleiter seinen Sitz in New York hat, während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der EMEA-Region kommen. Genau dieser internationale Erfahrungsaustausch ist ein wesentlicher Erfolgsbaustein des Kurses.

Zudem können wir unsere Programme effizienter nutzen, den viele funktionieren überregional. Dies gilt unter anderem für unsere Core Skills-Trainings, die grundlegende Inhalte wie „Presentation Skills“, „Setting Expectations“ oder „Sharing Feedback“ vermitteln. Auch Fortbildungen im agilen Umfeld wie SAFe-Zertifizierungen sind lokal unabhängig. Einmal aufgesetzt, können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter global von den Angeboten profitieren.

Auch sind die Teilnehmergruppen diverser als zuvor, da wir nun Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt in den Learning Sessions zusammenbringen. Dadurch treffen vielfältige Perspektiven, Erfahrungshintergründe und kulturelle Unterschiede aufeinander, was von den Beteiligten als positiv wertgeschätzt wird.

Erfolgsfaktor Mitarbeiterengagement

Im Zuge der Pandemie haben wir auch unseren internen Wissenstransfer auf ein neues Level gehoben. Im Rahmen unserer „Sharecademy“ entwickeln Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter für Teammitglieder eigene Trainingskonzepte, um Erfahrenes und Gelerntes weiterzugeben. So entstanden während Corona beispielsweise Anleitungen zur erfolgreichen Umsetzung virtueller Workshops und Konferenzen.

Diese sogenannten Lunch & Learn-Sessions haben wir nicht nur als digitale Formate neu aufgesetzt, sondern auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Was früher lokal in der Mittagspause in einem unserer deutschen Büros angeboten wurde, ist heute meist EMEA-weit zugänglich. Wer es nicht zur Session schafft, kann sich im Nachgang die Aufzeichnung ansehen. Damit hat Corona unseren und den Horizont der Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter erweitert und den internen Austausch gefördert.

Lernen in der neuen Normalität

Aufmerksamkeitsspanne ist im virtuellen Raum kürzer

E-Learning ist massiv im Aufwind. Im Homeoffice ist es generell einfacher, im eigenen Tempo flexibel zu lernen. Unsere Umfragen belegen jedoch auch, dass die Aufmerksamkeitsspanne im virtuellen Raum kürzer ist. Ein Acht-Stunden-Training im Büro lässt sich nicht 1:1 in ein virtuelles E-Learning-Format umwandeln. Daher ist es unserer Erfahrung nach sinnvoll, bei digitalen Kursen kürzere Trainingseinheiten über mehrere Tage anzubieten. So lassen sich diese auch weitaus besser in den Projektalltag integrieren.

Digitale Formate werden jedoch nie alle Aspekte der persönliche Trainings abbilden können. Gerade der direkte Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zwanglosen Gespräche beim Kaffee oder gemeinsamen Mittagessen, fehlen einfach. Daher werden wir bei Publicis Sapient in Zukunft ein hybrides Learning & Talent Development-Modell etablieren, um unseren Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter maximale Flexibilität zu bieten und die Vorteile aus beiden Welten zu kombinieren.

Fazit

Zusammenfassend können wir nur allen Unternehmen raten, digitale Plattformen für das Lernen in der neuen Normalität zu etablieren. Hier gibt es noch immer großen Nachholbedarf. Es ist außerordentlich wichtig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum selbstgesteuerten Lernen zu befähigen und ihre Eigeninitiative zu fördern. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Mitarbeiterbindung, sondern die Zukunft der ganzen Organisation aus. Dabei gilt es, ausreichend Zeit zu ermöglichen, um die Weiterbildungsprogramme wahrnehmen zu können. Gerade im heutigen „War for Talent“ kann ein starkes Learning & Talent Development-Angebot zu einem Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb werden.

Photos: ©Envato/nd3000 / ©Twenty20/@michaelbtimm

Myra Egeler ist seit 20 Jahren im Recruiting- und Personalmarketingumfeld tätig. Im Laufe ihrer Karriere bei Publicis Sapient hatte sie unter anderem die Führung eines Teams von Recruiting-, Campus-, und Recruiting-Marketing-Spezialisten mit Fokus auf Kontinentaleuropa inne. Seit 2019 verantwortet sie als Senior Managerin Learning & Talent Development, vor allem die Weiterentwicklung der MitarbeiterInnen des Beratungshauses in der EMEA-Region.

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