Wie XR-Technologien die virtuelle Zusammenarbeit erleichtern

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Online-Meetings und -Schulungen liegen im Trend. Wie XR-Technologien diese erlebbarer machen, erklärt Rafaela Sieber, T-Systems Multimedia Solutions.

Technologien wie Virtual-, Augmented- oder Mixed-Reality sind seit einigen Jahren im Trend. Bisher kommen sie primär in der Industriebranche, dort zum Beispiel für die Wartung und Instandhaltung, oder im Gaming-Bereich zum Einsatz. Doch Firmen erkennen zunehmend die weiteren Vorteile der Technologien. Nicht zuletzt ausgelöst durch die umfassende Ausbreitung des Coronavirus und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen mussten Unternehmen umdenken und interne Prozesse sowie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von heute auf morgen digitalisieren. Nur so konnte bei den meisten Firmen, bedingt durch Remote Work, eine team-und standortübergreifende Kollaboration gesichert werden.

Und auch auf die Personalabteilung kamen neue Herausforderungen zu: Mitarbeitergespräche, Schulungen und Weiterbildungen – all das sollte oder musste nun virtuell abgebildet werden. Vor allem bei Schulungen und Weiterbildungen bietet der Einsatz von XR-Technologien (XR = Xtended Reality) eine gute Alternative oder Ergänzung zu bisher bekannten Konferenzplattformen, wie Teams oder Zoom, um virtuell zusammen zu kommen. XR erweitert das zweidimensionale Videoerlebnis und so können beispielsweise Schulungen in Kleingruppen ergänzt werden.

(Virtuelle) Nähe trotz Social Distancing

Im Vergleich zu klassischen Videokonferenzen wird mithilfe von XR Collaboration-Technologie ein stärkeres Gefühl der Nähe und eines „Team“-Seins geschaffen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden sich gemeinsam in einem virtuellen Raum und nehmen sich selbst und andere als Avatare wahr. Sie können sich wie in einem physischen Raum bewegen, sich beispielsweise in Kleingruppen aufteilen, gemeinsam an einem Whiteboard arbeiten oder vor dem Team eine Präsentation halten.

Die Technologie überträgt und imitiert dabei sowohl Gestik und Mimik als auch Augen- und Mundbewegungen. Das schafft eine Immersion, durch die eine intensivere soziale Nähe hergestellt und ein angenehmeres und zugleich effizienteres Zusammenarbeiten möglich wird als beim Screensharing. Nutzerinnen und Nutzer „tauchen“ quasi komplett in das Meeting ein.

XR Collaboration eignet sich daher im HR-Bereich besonders dafür, Workshops, Trainings und Schulungen oder auch (Networking-) Events räumlich getrennt stattfinden zu lassen – und dabei virtuell nah an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sein. In agilen Teams können zum Beispiel verschiedene Formate, wie Retrospektiven, weiter durchgeführt und die räumliche Wahrnehmung für Gruppenaktivitäten genutzt werden. Außerdem sind Kommunikationstrainings in XR eine geeignete Ergänzung, um Interaktionen zwischen verschiedenen Personen besser zu vermitteln.

T-Systems Multimedia Solutions

Technische Voraussetzungen für XR Collaboration

Die virtuelle Zusammenarbeit setzt nicht nur das richtige Mindset gegenüber solch neuen Ansätzen voraus, sondern bedarf natürlich auch einer gewissen technischen Ausstattung. Diese kann auf verschiedene Weisen vorliegen. Für die meisten Applikationen lohnt sich Hardware-seitig eine Oculus Quest für Virtual Reality (VR). Für andere Anwendungen im Enterprise-Bereich kann die HoloLens 2 für Augmented oder Mixed Reality (MR) eingesetzt werden. Eine reine Desktop-Applikation ist ebenfalls möglich, erzeugt aber nicht ganz denselben Effekt wie eine Brille.

Ob ein Unternehmen sich nun für eine VR- oder eine AR-Darstellung entscheiden sollte, ist vom Anwendungsfall abhängig, der damit unterstützt werden soll. Geht es beispielsweise um die Darstellung von Objekten in einem Raum, ist der Einsatz von AR-Technologie passender, da diese Größenverhältnisse besser abbilden kann. VR erzeugt wiederum ein völlig anderes Erlebnis beim Nutzer – die Umgebung wird dabei gar nicht oder kaum noch wahrgenommen und ermöglicht dadurch ein komplettes „Eintauchen“ in die Situation.

Gut für die Umwelt

Setzen Unternehmen auf virtuelle Schulungen oder Trainings, tun sie damit letztlich auch noch was für ihr grünes Gewissen: Klima und Umwelt profitieren davon, dass weniger Geschäftsreisen stattfinden. Das spart aber nicht nur CO2, sondern auch wertvolle Zeit der Mitarbeiter und schont überdies den Geldbeutel des Unternehmens. Unabhängig von der Pandemie eine wertvolle Überlegung für Unternehmen, deren Mitarbeiter über mehrere Standorte verstreut arbeiten. Natürlich muss nicht jedes Meeting in VR oder AR stattfinden.

Ob XR Collaboration für das eigene Unternehmen generell sinnvoll und welche die richtige Lösung ist, hängt stark von den individuellen Anforderungen ab. In der aktuell ungewissen Zeit, in der viele Leute im Home Office arbeiten, sind digitale Lösungen allerdings häufig die einzige Möglichkeit, um trotz der räumlichen Distanz die Bedürfnisse der Mitarbeiter wahrzunehmen, zu bedienen und nicht beispielsweise auf Weiterbildungsangebote verzichten zu müssen.

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Rafaela Sieber ist Fachteamlead im Bereich Augmented und Virtual Reality (AR/VR) bei T-Systems Multimedia Solutions. Seit mehr als sechs Jahren gestaltet sie die digitale Gegenwart und hilft als Beraterin für digitale Transformation und Projektmanagerin für Softwareentwicklung Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Lösungen. Ihr Fokus liegt dabei auf Innovationsprojekten im Bereich Xtended Reality (XR). T-Systems Multimedia Solutions begleitet Großkonzerne und mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation.

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