Blended Learning: Worauf HR achten sollte

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Um Blended Learning erfolgreich einzusetzen, muss HR eine Reihe von Aspekten berücksichtigen. Anke Zabel, Senior HR Business Partner bei Citrix, stellt das Konzept vor.

Früher reichte es in vielen Berufen aus, einige bestimmte Fähigkeiten zu erlernen, um über Jahre hinweg die täglichen Aufgaben erfolgreich zu erledigen. Doch gerade die zunehmende Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt auch in dieser Hinsicht. Arbeitnehmer müssen bereit sein, kontinuierlich Neues zu lernen und ihren Horizont zu erweitern. Es sollte dabei auch im Interesse der Unternehmen liegen, ihren Mitarbeitern entsprechende Trainings anzubieten. Aber wie lassen sich diese so gestalten, dass sie die Bedürfnisse und Anforderungen einzelner Mitarbeiter berücksichtigen?

Auch zwei Jahre, nachdem sich Remote- und Hybrid-Arbeit (notgedrungen) in Deutschland durchgesetzt haben, erfreuen sich diese Arbeitsformen weiterhin großer Beliebtheit. Viele Angestellte können es sich schlicht nicht mehr vorstellen, wieder täglich ins Büro zu pendeln.

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Und, wie eine Studie von Citrix zeigt, hat insbesondere hybrides Arbeiten positive Auswirkungen auf die Arbeitsleistung, die Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen und ihr persönliches Wohlbefinden. So fühlen sich beispielsweise sieben von zehn (69 Prozent) Mitarbeitenden, die in einem hybriden Modell arbeiten, bei der Arbeit produktiv. Unter denjenigen, die gänzlich remote oder im Büro arbeiten, sinkt dieser Wert auf 64 beziehungsweise 59 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Frage aus, ob sich die Befragten stark mit ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen. Während in der ersten Gruppe 70 Prozent zustimmten, waren es in den anderen jeweils rund 10 Prozent weniger (60 beziehungsweise 58 Prozent).

Ein Zurück zur alten Arbeitsweise ist daher für Unternehmen wohl nicht erstrebenswert. Stattdessen sollten sie die Bedingungen schaffen, damit ihre Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter in jeder Umgebung und an jedem Ort erfolgreich sein können. Dies betrifft auch einen Bereich, der zuletzt womöglich vernachlässigt wurde, aber heute wichtiger ist denn je: Trainings und Weiterbildungen.

Vor Ort, hybrid, online – das Trainingsangebot wird vielfältiger

Die Bedeutung von lebenslangem Lernen im Arbeitskontext ist inzwischen hinlänglich bekannt. Die beschleunigte Digitalisierung der vergangenen Jahre in Unternehmen, aber auch der Gesellschaft als Ganzes hat jedoch in zweierlei Hinsicht weitere Elemente hinzugefügt. Zum einen ist die Dringlichkeit für Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer gestiegen, sich digitale Fähigkeiten anzueignen und stetig auszubauen. Zum anderen bieten sich auch neue Ansätze für den Wissenserwerb. Denn Lernen ist eine dynamische Aktivität, die mithilfe der passenden Technologie und dem richtigen Konzept überall stattfinden kann.

Blended Learning ist ein solcher Ansatz und kann Unternehmen helfen, ihre Trainings und Schulungen an eine hybride Arbeitswelt anzupassen. Auch integriertes Lernen genannt, verbindet es Präsenz- und E-Learning, indem verschiedene Lehr- und Lernmethoden zum Einsatz kommen.

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Schulungsangebot in der Gesamtheit betrachten

Um Blended Learning erfolgreich einzusetzen, müssen die Verantwortlichen eine Reihe von Aspekten berücksichtigen. Dazu gehört an erster Stelle, dass sie ihr Schulungsangebot in seiner Gesamtheit betrachten und dann zumindest in Teilen neu ausrichten müssen. Dazu sollten sie sich fragen, welche Trainings weiterhin unbedingt in Präsenz stattfinden sollten und welche Schulungsansätze mindestens genauso gut online funktionieren würden. Zu ersterem zählen sicherlich Trainings, bei denen der kreative Austausch zwischen den Teilnehmenden im Vordergrund steht. Wie sich in den letzten zwei Jahren der Einschränkungen von persönlichen Treffen gezeigt hat, profitiert gerade Kreativität davon, wenn sich alle Beteiligten im selben Raum befinden.

Diskussionsrunden oder die gemeinsame Bearbeitung von Aufgaben lassen sich dagegen durchaus mit der richtigen Anleitung und Technologie alternativ auch hybrid umsetzen. Reine E-Learning-Angebote können helfen, individuelles Training und die Vertiefung bestimmter Fähigkeiten zu ermöglichen. Dabei müssen Unternehmen entscheiden, inwieweit sie solche Online-Trainings selbst erstellen und zur Verfügung stellen können oder ob sie besser auf einen dedizierten E-Learning-Anbieter zurückgreifen.

Hybrides Lernen benötigt die richtige Technologie

Gerade im Hinblick auf gemeinsame hybride Lernformate und Trainings sollten Unternehmen aber überlegen, wie sie in Infrastruktur, Hardware und Software investieren wollen und müssen. Konferenzräume könnten beispielsweise mit Smartboards ausgestattet werden, sodass virtuell Teilnehmende über die entsprechende Software auch direkt sehen, was dort notiert wird und einfach eigene Notizen hinzufügen können. Als Alternative können Unternehmen auch cloudbasierte Kollaborationsplattformen einführen. Dabei nutzen entweder alle Mitarbeiter die Lösung über ihre eigenen Laptops, unabhängig davon, ob sie im Büro oder zuhause sitzen, oder eine Person übernimmt die Aufgabe, für alle anderen im Raum die Notizen, Kommentare, Ideen aufzuschreiben.

Wichtig ist auch, dass Kamera- und vor allem Audioausrüstung up to date ist. Denn wenn mehrere Mitarbeiter gemeinsam im Konferenzraum diskutieren, kann es für die virtuell Teilnehmenden oft schwer sein, dem Gespräch zu folgen und sich einzubringen. Je nachdem, wo sich Mikrofon und Teilnehmende befinden, sind manche Stimmen nicht zu verstehen, oder sie vermischen sich, wenn mehrere gleichzeitig sprechen. Eine hochwertige Audioausstattung kann dazu beitragen, Barrieren zwischen real und virtuell Teilnehmenden abzubauen, wenn alle Stimmen genau und klar aufgenommen und wiedergegeben werden.

Bei hybriden Trainings kommt es zudem darauf an, dass die Teilnehmenden im Umgang mit der Technologie geübt sind. Entsprechend sollte auch bereits die Einführung entsprechender Lösungen immer mit einer Schulung verbunden sein, beispielsweise in Form einer Präsentation oder Videos, und die Möglichkeit bieten, Fragen zu stellen. Hat ein Unternehmen auch sonst schon seine IT-Infrastruktur auf die Anforderungen von hybridem Arbeiten und New Work angepasst, ist dies ebenso bei der Umsetzung von Blended Learning-Ansätzen von Vorteil.

Blended Learning – Fazit

Nachdem viele Unternehmen inzwischen flexibles Arbeiten ermöglichen und die Voraussetzungen geschaffen haben, an jedem Ort zu arbeiten, sollten sie ebenso ihr Schulungs- und Weiterbildungsangebot überdenken. Während manche Trainings weiterhin am besten vor Ort stattfinden sollten, können andere künftig gänzlich als E-Learning-Angebot stattfinden. Die Herausforderung wird es aber sein, hybride Lernformen erfolgreich umzusetzen. Damit dies gelingt, ist die richtige Vorbereitung und Ausstattung entscheidend.

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Anke Zabel ist seit Anfang 2022 Senior HR Business Partner für Central Europe bei Citrix. Zuvor war sie 14 Jahre bei GE Healthcare als HR Generalist und HR Manager tätig. Ihre Ausbildung schloss Anke Zabel an der Hochschule Anhalt mit einem Diplomabschluss ab, nachdem sie ihren Bachelor an der University of Lincoln absolvierte.

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