Wie das smarte Büro unser Wohlbefinden steigert

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Büros müssen zukünftig so gestaltet sein, dass sie auf individuelle Bedürfnisse der Menschen einzahlen. Oliver Steinki schildert, worauf Unternehmen achten sollten.

Die Rolle des Büros verändert sich gerade stark. Zwischen Präsenztagen und ortsunabhängigem Arbeiten sind Deutschlands Unternehmen aktuell in einer Findungsphase. Viele entwickeln individuelle, hybride Arbeitsmodelle und kommen damit den neuen Anforderungen ihrer Mitarbeitenden nach. Dass Menschen zukünftig jeden Tag acht Stunden am heimischen Küchentisch arbeiten, bleibt wohl die Ausnahme. Schließlich genießen wir den aktiven Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen und zu unserer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung gehören inspirierende Begegnungen und aktives Netzwerken. Das kann kein Video-Call ersetzen.

Das Büro wandelt sich somit mehr und mehr zu einem Ort der Inspiration. Und Arbeitgeberinnen / Arbeitgeber stehen vor der Herausforderung, dass sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur dann halten können, wenn Sie eine attraktive Arbeitsumgebung bieten, in der sich alle wohl fühlen.

Viele Freiräume bieten

Welche neuen Anforderungen gibt es damit an die Büroimmobilie? Arbeitsumgebungen müssen so gestaltet sein, dass sie – in einem sicheren Rahmen – möglichst viele Freiräume bieten. Dazu gehören Orte für spontane Begegnungen und Kollaborationen. Mehr noch – die Arbeitsumgebung sollte das Wohlbefinden jedes einzelnen unterstützen, die Kreativität anregen und zur persönlichen Potenzialentfaltung beitragen.

Die individuellen Bedürfnisse des Menschen rücken in den Vordergrund. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden eine solch zukunftsweisende Arbeitsumgebung bieten, erhalten nicht nur einen Schub in Sachen Employer Branding, sondern können auch die Mitarbeiterbindung erhöhen.

Zukunftsweisende Büros sind Human Centric

Eine Büroimmobilie kann diesen neuen Anforderungen gerecht werden, indem die individuellen Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer bereits bei den ersten Planungsschritten eines Neubaus in den Mittelpunkt gestellt werden. Wir nennen dieses Konzept „Human Centric“.

Mit dem SHIP, das Ende 2019 in Köln bezogen wurde, haben wir ein volldigitalisiertes Office Building entwickelt. Gerade bauen wir mit dem Vorum ein weiteres Smart Building, das vollständig nach dem „Human Centric“-Konzept entwickelt ist. Wir setzen dabei auf einen Mix aus intelligenten Digitalisierungs-, Mobilitäts-, Gesundheits- und Gastronomiekonzepten.

Die Ausstattungsmerkmale entsprechen einem modernen, nachhaltigen Lebensstil und sollen das Arbeiten so angenehm, einfach und produktiv wie möglich machen. In der Planungsphase haben wir uns sowohl auf konkrete Bedarfsanalysen als auch auf Forschungen zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz gestützt. Denn es entspricht unserer Vorstellung einer zukunftsfähigen Arbeitswelt, dass der Faktor Wohlbefinden mehr und mehr in den Fokus rückt. Dazu setzen wir die folgenden Aspekte um:

  • Entscheidend für das Wohlbefinden sind die Faktoren Licht, Schall und Temperatur. Wenn die Büroimmobilie möglichst großzügig gestaltet ist, entsteht eine entspannte Arbeitsatmosphäre, die „Raum zum Denken“ gibt. Beim Vorum haben wir zum Beispiel ein lichtdurchflutetes Atrium mit viel Grün geplant. Beim SHIP gibt es einen großzügigen Dachgarten. Beides sorgt für saubere Luft. Im Inneren des Gebäudes sorgt die smarte Gebäudedigitalisierung für die automatisierte und bedarfsgerechte Regelung von Licht und Temperatur.
  • Kreativität wird durch eine clevere Raumplanung gefördert. Nach dem Prinzip der activity-based Workspaces lassen sich Arbeitsflächen je nach Bedarf flexibel anpassen. Für jede Situation im Arbeitsalltag sollte es entsprechende Bereiche geben – geeignet für konzentriertes Arbeiten oder den aktiven Austausch. Dazu werden die Flächen zum Beispiel durch Lounges, Think Tanks und Phone Capsules aufgebrochen. Starre Räume sind meiner Meinung nach eher ein Konstrukt der Vergangenheit.
  • Eine gute Infrastruktur direkt am Arbeitsplatz mit vielen Services rund um den Büroalltag sorgt für kurze Wege und viel Komfort. Wir möchten, dass sich die Mitarbeiter:innen wohl fühlen und möglichst viele Services vor Ort haben. Dazu gehören bei uns zum Beispiel ein hausinternes Fitnessstudio mit Kursangeboten, eine eigene Kita, Event-Locations und Konferenzräume, ein Food-Court mit saisonalen Spezialitäten, ein Hofladen mit regionalen Bioprodukten, eine Barista Bar mit Eisdiele, Car-Sharing-Plätze und E-Ladestationen.
  • Die gesundheitliche Sicherheit am Arbeitsplatz gehört spätestens seit der Corona-Pandemie zu den wichtigsten Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum neuen Standard dürften daher Belüftungssysteme mit speziellen HEPA-Filtern werden, die bis zu 99 Prozent der Aerosole, die Viren enthalten könnten, filtern.
  • Eine umfassende Digitalisierung nach neuesten technologischen Standards ist meiner Meinung nach ein Muss und wird in zehn Jahren der Standard in neu entwickelten Bürogebäuden sein. Das Gebäude wird dabei mit zahlreichen smarten Features ausgestattet. Auch diese sollten mit dem Ziel konzipiert sein, die Nutzererfahrungen am Arbeitsplatz zu verbessern. Im SHIP haben wir bereits eine Gebäude-App im Einsatz, die zum digitalen Arbeitsalltag seiner jeweiligen Mieter passt. Sie bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Beispiel nützliche Funktionen wie Raumbuchungen, Keyless-Entry oder kontaktloses Bezahlen im Restaurant.
Foto Vorum Köln
Vorum Köln ©Evolutiq

Das Büro symbolisiert die Kultur, Werte und Visionen eines Unternehmens

Wenn wir unsere Arbeitswelten zukünftig konsequent „Human Centric“ gestalten, dann schaffen wir einen enormen Mehrwert. Das Büro ist bereits jetzt nicht mehr nur der physische Ort, an dem wir arbeiten, sondern ein Ort, der die Kultur, Werte und Visionen eines Unternehmens symbolisiert. Wichtig ist, dass wir es hier schaffen, positive und bedeutungsvolle Erfahrungen zu bieten und alle mit einzubinden. Produktivität und Wohlbefinden gehören schließlich zusammen.

Wir können uns viel besser konzentrieren, wenn wir in einer anregenden Atmosphäre arbeiten und die Möglichkeit haben, zwischendrin Kraft zu tanken. So entstehen neue Ideen und Innovationen. So kommt es wirklich zu Potenzialentfaltung und persönlicher Weiterentwicklung. Ein Plus für Unternehmen ist, dass sie mit einem solchen Angebot für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichzeitig sicherlich auch als Arbeitgebermarke punkten. Vor allen Dingen können sie aber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sich binden und langfristig halten.

Dr. Oliver Steinki ist Gründer des Investmentmanagers evolutiq und Co-Gründer der Kölner Rucksack- und Schultaschenfirma FOND OF, die 2010 mit dem ergonomischen Grundschulrucksack „ergobag“ durchstartete. Er war Bauherr des Smart Office Buildings „THE SHIP“ in Köln Ehrenfeld, das auch als eigener Firmensitz dient, vollständig nach den Anforderungen der eigenen Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter umgesetzt wurde und heute zu Deutschlands digitalsten Bürogebäuden zählt. Auch weil dieser Ansatz für das eigene Unternehmen so erfolgreich war, plant er aktuell den Bau einer weiteren zukunftsweisenden Büroimmobilie: Gleich nebenan entsteht das „Vorum“ nach dem Human Centric-Konzept.

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