Wohlbefinden am Arbeitsplatz fördern – Mitarbeiterbindung stärken

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Wie können Unternehmen in Zeiten von New Work das Wohlbefinden am Arbeitsplatz fördern? Melanie Wagner, Country Managerin DACH bei HiBob, erläutert, was eine empathisch gelebte Unternehmenskultur ausmacht.

Gestresst, gelangweilt oder gar ausgebrannt: Viele Arbeitnehmende haben diese Gefühle am Arbeitsplatz bereits erlebt. Die Krisen auf der Weltbühne setzen nicht nur den Unternehmen wirtschaftlich zu, sondern auch der Gesundheit ihrer Angestellten. Studien zeigen, dass inzwischen mehr als 50 Prozent der deutschen Angestellten ihre mentale Gesundheit als schlecht einschätzen. Gleichzeitig denkt fast die Hälfte von ihnen, dass sie darüber im Job lieber nicht sprechen sollten.

Über das mentale Wohlbefinden wird immer noch nicht geredet – obwohl Burnout bereits als nächste Pandemie betitelt wird. Zwei von drei Deutschen geben in einer Studie der Techniker Krankenkasse an, dass sie gestresst sind. Experten sehen zudem die Gefahr, dass Homeoffice und digitales Arbeiten – trotz all seiner Vorteile – sozial isoliert und die Kommunikation erschwert.

Das Arbeitsschutzgesetz spricht klar von psychischen Erkrankungen. Diese machen laut Bundesgesundheitsministerium inzwischen rund 15 Prozent der Krankmeldungen aus, deren Fehlzeiten meist dreimal so lang ausfallen wie bei anderen Krankheiten. Die Kosten für die Wirtschaft belaufen sich jährlich auf mehrere Milliarden Euro. Für Arbeitgebende ist es also nicht nur menschlich eine Pflicht, die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen.

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Doch wie können Arbeitgebende in Zeiten von New Work die mentale Gesundheit ihrer Beschäftigten und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz fördern? Wie können Arbeitnehmende sich im Job Gehör verschaffen? Die wichtigsten Stellschrauben: das Verhalten des Managements, das Arbeitsklima und nicht zuletzt die Eigenverantwortung der Angestellten. Kurz gesagt: das Miteinander.

Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Unternehmens- und Führungskultur

Laut dem Bundesportal für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, psyGa, stärkt eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur die Angestellten und steigert ihr Engagement. Arbeitgebende sollten ihrer Fürsorgepflicht präventiv und bewusst nachkommen. Die eigenen Mitarbeitenden sind niemals nur Arbeitskräfte, die Leistung bringen müssen. Mitarbeitende sind Menschen mit ganz persönlichen Befindlichkeiten. Sie verbringen den Großteil ihres Tages im Job und müssen mit ihren Kolleginnen und Kollegen auskommen.

Arbeitgebende sollten sich dafür interessieren, wie es ihren Angestellten geht und ob deren Arbeitspensum zu schaffen ist. Eine große Rolle spielen dabei HR-Verantwortliche, die als Vertretende beider Seiten im Unternehmen auftreten und das Organisatorische mit dem Persönlichen vereinen sollten.

Empathie und Transparenz helfen beim Aufbauen von Vertrauen. Nur Mitarbeitende, die spüren, dass man ihnen vertraut, sind bereit, Gefühle zu offenbaren und Probleme zu schildern. Vorgelebt werden sollte dieses Verhalten von Führungskräften. Die „Young Generation in Tech“-Studie („YGIT“) von HiBob zeigt, dass schlechte Beziehungen zum Management die größte Unzufriedenheit am Arbeitsplatz auslösen.

Führungskräfte müssen nahbar sein und ihren Teams so die Möglichkeit geben, sich im Arbeitskontext frühzeitig mitzuteilen. Da auch sie nur Menschen sind, können HR-Verantwortliche sie mit Coachings und Workshops unterstützen. Es braucht achtsame Führungskräfte, die Wertschätzung leben und ihre Mitarbeitenden richtig einschätzen und steuern.

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Stärkenorientiertes Arbeiten als Glücksgarant

Eine empathisch gelebte Unternehmenskultur reicht bis ins Homeoffice. Gerade digitale Plattformen und HR-Tech können hier ansetzen: Features wie Umfragen geben Führungskräften die Chance, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zu erfahren und rechtzeitig darauf zu reagieren. Feedbackfunktionen und Social-Media-ähnliche Dashboards binden die Mitarbeitenden ins Unternehmen ein und vernetzen sie trotz dezentraler Arbeitsorte. Verbundenheit und Teamwork sind Kern des Glückempfindens am Arbeitsplatz: 49 Prozent der befragten jungen Mitarbeitenden in HiBobs „YGIT“-Studie geben sie als entscheidende Zufriedenheitsfaktoren an.

Eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur lebt davon, dass sich die Angestellten in ihrer Aufgabe verwirklichen können. Die Kunst dabei: Der/die Mitarbeitende muss in der richtigen Rolle am richtigen Platz im Unternehmen mitwirken. Führungskräfte müssen stärkenorientiert auf das Können ihrer Teams eingehen und ihrem Weiterentwicklungspotenzial vertrauen. Zwar können spezielle Mitarbeiterbenefits, wie Yogakurse und Meditations-Apps, Arbeitnehmende auf ihrem Weg begleiten. Wichtiger ist jedoch, dass sie sich am Arbeitsplatz zeigen können, wie sie sind – mit allen Stärken und Schwächen.

Letztere sollten nie Grund sein, Aufgaben zurückzuhalten, solange der Wille vorhanden ist und Arbeitgebende Relearning, Reskilling und Upskilling möglich machen. Angestellte brauchen Raum, um sich selbst Aufgaben zuzutrauen und zu wachsen. Nur so entsteht ein produktives Arbeitsklima, das Selbstvertrauen und Energie schenkt. Die Motivation, Leistung zu bringen, steigt noch, wenn die Unternehmensmission und -werte stimmen. Arbeitgebende sollten sie daher klar kommunizieren und leben.

Selbstverantwortung: Der Weg zum persönlichen Glück

Arbeitnehmende müssen im Übrigen Verantwortung für sich selbst übernehmen, ihren persönlichen Sinn im Job erkennen und ihre eigene Resilienz einschätzen lernen. Sie müssen Nein sagen können, wenn es zu viel wird. Und sie sollten sich trauen, Kummer zu zeigen. Im Zweifel müssen Arbeitnehmende sich Hilfe von außen suchen, obwohl Arbeitgebende dies nicht aktiv empfehlen dürfen.

Mit Flexibilität und digitalen Meetings kann die Grenze zwischen Privatem und Geschäftlichem in der modernen Arbeitswelt verschwimmen. Eine klare Trennung ist jedoch notwendig: Pausen einhalten, Feierabend machen, nur so funktioniert Work-Life-Balance.

Das Miteinander ist das A und O für Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Empathische Führungskräfte sind eine Grundbedingung, um Vertrauen im Kollegium aufzubauen. Glück im Job kann nur wachsen, wenn Angestellte auf sich selbst hören und ihren Wünschen in der Arbeitswelt Platz einräumen. Wirken das Organisatorische und das Persönliche zusammen, kann eine gemeinschaftliche Unternehmenskultur wachsen – und langfristig Wohlbefinden am Arbeitsplatz entstehen.

Für Arbeitgebende lohnt sich das: Glückliche Mitarbeitende sind motivierter, produktiver und werden ans Unternehmen gebunden. Das spricht sich herum – in Zeiten des Fachkräftemangels ist dies unbezahlbar.

How to: Glücklich sein am Arbeitsplatz

  1. Sich der Fürsorgepflicht bewusst werden
  2. Empathische Führungskräfte schulen und fördern
  3. Vertrauensvolles Arbeitsklima kreieren
  4. Den Mitarbeitenden zuhören und auf sie eingehen
  5. Schwächen akzeptieren, Stärken erkennen, Weiterentwicklung fördern
  6. Verbundenheit in den Teams schaffen
  7. Persönliche Grenzen respektieren
  8. Eigenverantwortlichkeit unterstützen
  9. Mitarbeiterbenefits fürs Wohlbefinden anbieten
  10. Unternehmensmission kommunizieren und leben

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Melanie Wagner führt als Country Managerin die regionalen Geschäfte des israelischen HR-Software-Unternehmens HiBob in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist unter anderem für die Marktpräsenz seiner HR-Plattform Bob zuständig.

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