Human Friendly Automation: Gute Arbeit im KI-Zeitalter bewahren

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Wie HR-Führungskräfte ihre Organisationen mit Hilfe von Human Friendly Automation in die zukünftige Ära der KI führen können, beschreibt Lars Schatilow, IBM Lead Change Management & Global Lead Human Friendly Automation. Hier stellt er mehrere Maßnahmen vor, die HR in Betracht ziehen sollte.

„Macht meinen Job in ein paar Jahren eine KI?“ – diese und ähnliche Fragen stellen sich spätestens seit ChatGPT viele Arbeitnehmer, die das massive Veränderungspotenzial der Technik auf dem Arbeitsmarkt beobachten. HR-Abteilungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Beantwortung solcher Fragen und der Bewältigung organisatorischer Veränderungen, die generative KI-Systeme mit sich bringen werden. Sie müssen schon heute Personalplanung, -gestaltung und -strategie für das Zeitalter der KI überdenken.

Eine neue globale Studie des IBM Institute für Business Value (IBV) zeigt, dass die Weiterbildung und das Erlernen neuer Kompetenzen bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den dringlichsten Personalproblemen für deutsche Führungskräfte gehören. Gleichzeitig beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit generativer KI und müssen Wissenslücken im Technologie-Bereich bei ihren Mitarbeitern schließen. Insgesamt schätzen deutsche Führungskräfte, dass 39 Prozent ihrer Belegschaft aufgrund der Implementierung von KI und Automatisierung in den nächsten drei Jahren neue Qualifikationen erwerben müssen.

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Der Einfluss von KI auf die Arbeit wird sich noch verstärken. Jetzt ist es an der Zeit, der wachsenden Disruption einen Schritt voraus zu sein. Unternehmen haben die Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diese Veränderungen vorzubereiten. Personalleiter sind in einer einzigartigen Position, um ihre Unternehmen in die KI-Zukunft zu führen.

HR-Führungskräfte sollten mehrere Maßnahmen in Betracht ziehen, um ihre Strategien in dieser neuen Ära der KI zu steuern:

Ein Betriebsmodell, das die Arbeit selbst neu definiert

Human Friendly Automation: Gute Arbeit im KI-Zeitalter
Envato/Rawpixel

Ein bedeutender Vorteil der generativen KI ist, wiederholende und manuelle Aufgaben zu automatisieren. So bekommen die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter mehr Möglichkeiten, sich auf höherwertige Aufgaben zu konzentrieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der strategischen Strukturierung der Arbeit. Es gilt, Aufgaben zu überdenken und neu zu gestalten. Übernimmt eine KI Teilaufgaben heutiger Jobs, können Rollen zusammengelegt und neue Positionen im Unternehmen geschaffen werden, zum Beispiel in der Anwendung und Verwaltung von KI-Tools. Schon heute haben Unternehmen, die ihr Betriebsmodell weiterentwickeln und neue Technologien in den Mittelpunkt stellen, ein höheres Umsatzwachstum als ihre Konkurrenten.

Human Friendly Automation – die Perspektive der Beschäftigten im Blick haben

Unerlässlich ist dabei die Perspektive der Beschäftigten: Die Identifikation mit der Tätigkeit und dem Arbeitgeber muss sichergestellt werden. Dem trägt der Human Friendly Automation (HFA) Prozess-Ansatz Rechnung. HFA erfordert nicht nur die enge Zusammenarbeit zwischen IT und HR, sondern auch eine kontinuierliche Analyse und Gestaltung der Auswirkungen von KI auf die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter. Und das bereits ab Beginn der technischen Projektstarts.

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In Talente und Technologie investieren

Um ihre Belegschaft auf die neuen Anwendungen von KI vorzubereiten, müssen Führungskräfte die Kompetenzentwicklung ihrer Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter in den Mittelpunkt ihrer Strategie stellen. Dies beginnt mit der Verbesserung der allgemeinen technischen Fähigkeiten der gesamten Belegschaft. Es muss nicht jede(r) Mitarbeiter(in) KI-Profi sein, aber jede(r) sollte mit KI-Anwendungen vertraut sein. Rollen und Fähigkeiten werden sich ändern, und ein Grundverständnis von KI ist Voraussetzung, um diesen Wandel anzunehmen und die Technologie zur Verbesserung der eigenen Fähigkeiten einzusetzen.

Dies ist eine Gelegenheit zur Umschulung und Weiterbildung sowohl in Bezug auf die Technologie als auch auf wichtige Verhaltensweisen, damit die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter kreativ und verantwortungsvoll mit KI arbeiten können. Umschulungen sind ein Kraftakt: Denn es braucht Jobtransfer-Lotsen und eine Kultur des Lernens. Hier sind neue Führungskräftekompetenzen gefordert, um Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter auf ihrer ‚Reise‘ erfolgreich zu begleiten.

Eine Kultur des Engagements und der Transparenz

Foto Künstliche Intelligenz
Envato/AndersonPiza

KI hat das Potenzial, die Mitarbeitererfahrung zu verändern, die Produktivität zu steigern und die Einführung neuer Arbeitsweisen zu beschleunigen. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, dass die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter die KI-Technologie als wertvoll für sich und ihre Arbeit ansehen. Führungskräfte müssen ihre Visionen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern teilen und transparent machen, wie KI eingesetzt wird und in der Lage sein, das Zusammenarbeitsmodell im Sinne einer KI gestützten Mensch-Mensch-Interaktion neu zu gestalten.

Die Werte-Charte der Human Friendly Alliance of Experts stellt sicher, dass die KI Ära in Organisationen auf einem Fundament erfolgen kann, das jedem Beschäftigten wertstiftende und würdevolle Arbeit garantiert. Die Charta findet Anwendungen bspw. bei der Bundesagentur für Arbeit, AXA Versicherung, Deutsche Rentenversicherung Bund oder RWE. Sie sensibilisiert die Führungskräfte für die Erfordernis, gute Arbeit aus Sicht der Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter auch künftig zu priorisieren gegenüber allen Effizienzgewinnen durch KI. Das gibt Sicherheit und beschleunigt die Skalierung von KI.

KI spielt eine wichtige Rolle bei der Produktivitätssteigerung, aber sie wird nicht allein durch Technologie erreicht. Unternehmen – allen voran die Personalabteilung – müssen einen neuen Ansatz für das Veränderungsmanagement verfolgen. Dieser muss die Entwicklung neuer Arbeitsweisen unter Einbeziehung von KI, die Gestaltung neuer Aufgabenbereiche und einen Kulturwandel im Unternehmen umfassen. Human Friendly Automation ist hierfür die erste Wahl, um den neuen Anforderungen Rechnung zu tragen.

Angesichts der tiefgreifenden Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt wird die Art und Weise, wie ein Unternehmen diese neue Technologie einführt und die Belegschaft darauf vorbereitet, der Schlüssel zu mehr Umsatzwachstum durch KI sein.

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Dr. Lars Schatilow ist Associate Partner der IBM Deutschland GmbH. Er leitet den Bereich Digital Change & Transformation für die DACH Region und ist Gründer des Human Friendly Automation Netzwerks. Zuvor hatte er u.a. eine eigene Unternehmensberatung sowie ein Transport-Sharing-Plattform-Startup gegründet und geleitet. Lars Schatilow war u.a. im acatech-Expertenbeirat zur Ausgestaltung der Digitalen Agenda für die Bundesregierung aktiv. Foto: Gene Glover

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