Azubi-Recruiting nach der Pandemie

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Was können Unternehmen tun, um die passenden Azubis zu gewinnen? Sebastian Prax von hokify gibt Tipps zum Azubi-Recruiting nach Corona.

Junge Menschen während der Coronakrise auszubilden ist schwer genug. Überhaupt motivierte Menschen für eine Ausbildung zu finden, ist zur ernsthaften Herausforderung geworden. Die Corona-Pandemie hat die Situation am Arbeitsmarkt weiter verschärft. Was können Unternehmen tun, um auch in Zukunft die richtigen Azubis zu gewinnen? Gerade jetzt ergeben sich neue Möglichkeiten. Eine Kombination aus zielgerichteter Ansprache und den passenden Kanälen führt zum Erfolg.

Facts and Figures

Ende 2020 befanden sich in Deutschland knapp 1,3 Millionen Personen in einer dualen Berufsausbildung, deutlich weniger als noch im Vorjahr. Diese Zahlen folgen dem Trend, dass immer weniger junge Personen eine Ausbildung beginnen – die Coronakrise hat dieses Strukturproblem weiter verschärft. Daneben zeigt sich ein weiterer Trend deutlich: Die meisten Neuverträge verteilen sich auf wenige Ausbildungsberufe, vor allem in den Bereichen Industrie, Handel sowie Handwerk und vertiefen das berufsbezogene Ungleichgewicht am Ausbildungsstellenmarkt.

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Ausbildungsstellen und Corona

In den letzten Monaten mussten Unternehmen lernen, mit der Corona-Situation umzugehen. Deshalb wurden erst einmal viele Ausbildungsstellen gar nicht zur Vergabe ausgeschrieben. Gleichzeitig waren angehende Azubis zurückhaltend und haben mit ihrer Stellensuche oftmals zugewartet.

In der Coronakrise hat sich überdies das Jobsuchverhalten junger Menschen deutlich verändert. Die Faktoren, die einen guten Job ausmachen, wurden neu gewichtet. Junge Menschen suchen zur Zeit vor allem nach einem sicheren Job mit Perspektive. Genau das würden diese Ausbildungsstellen bieten, die derzeit nicht besetzt werden können. Hier handelt es sich um ein Missverhältnis, welches geklärt werden muss.

Gesteigertes Interesse an Ausbildungsplätzen

Neben der Zurückhaltung bei der Ausbildungsstellensuche, es blieben 2020 knapp 30.000 Bewerber in Deutschland “unversorgt”, zeigt sich dennoch ein starkes Interesse an Ausbildungsstellen: die Suchanfragen auf der Job-Plattform hokify im Bereich “Ausbildung” oder etwa “Lehrstelle” haben sich in den letzten Monaten deutlich erhöht. Dies signalisiert ein wieder aktives Interesse an Ausbildungsplätzen.

Das bedeutet: Wenn sich die Unsicherheit der Kandidaten legt und die Signale auf den Arbeitsmarkt insgesamt wieder positiver werden, kann der “Corona-Effekt” auf den Ausbildungsmarkt schnell aufgeholt werden. Das strukturelle Problem und berufsbezogene Missverhältnis bei Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt wird sich hingegen ohne umfassende Maßnahmen nicht einfach lösen.

Nach einem Jahr Corona-Pandemie stellt sich die Frage: Welche Recruiting Strategien müssen Unternehmen wählen, um auch in Zukunft passende Auszubildende zu erreichen?

Social Media Nutzung in der Corona-Pandemie

In einem anderen Bereich zeigt sich dazu ein weiterer Trend im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie – die Smartphone und Social Media Nutzung ist stark gestiegen. Mitte März und Mitte Mai letzten Jahres griffen 45 Prozent der Deutschen nach eigenen Angaben deutlich öfter zum Smartphone, als sie es normalerweise tun würden. (1)

Zwei Implikationen ergeben sich daraus: Erstens müssen Unternehmen die Recruiting-Kanäle an die Smartphone Nutzung anpassen und zweitens müssen die Inhalte der Anzeigen an die Bedürfnisse der angehenden Azubis, nach Sicherheit und nach einer zeitgemäßen digitalen Präsentation, angepasst werden. Viele Berufe kämpfen mit einem schlechten Image – hier muss man Aufklärungsarbeit leisten, Benefits hervorheben und Jobsicherheit und Zukunftsperspektiven für Azubis aufzeigen.

Azubi-Recruiting als Projekt denken

Auch wenn Unternehmen nur einen Azubi suchen sollten, macht es Sinn, die Suche nach diesem strukturiert anzugehen. Den gesamten Prozess als Projekt anzulegen, das bietet die Möglichkeit, eine Zielgruppe festzulegen, ein klares Projektziel zu definieren und die richtigen Kanäle, von Social Media über die richtige Job-Plattform, dafür auszuwählen.

Klassische Stellenanzeigen können die gewünschte Zielgruppe weder aktiv noch zielgerichtet regional ansprechen, genau hier liegt die Chance von Social Media Recruiting Kampagnen. Bei diesen performance-orientierten Kampagnen kann Budget ressourcenschonend und je nach Zielsetzung passgenau eingesetzt werden.

Will man eine Einstellung erreichen oder neue Kanäle für die Ansprache von Kandidaten ausprobieren und auf Reichweite über Social Media setzen? All das lässt sich planen, ganz im Gegensatz zu einem klassischen Post-and-Pray Stelleninserat. Diese strapazieren das Budget und führen nicht mehr zum gewünschten Erfolg.

Im letzten Schritt geht es um die strategische Umsetzung sowie Reporting und Tracking. Man will als Personalverantwortlicher natürlich genau wissen, wie viele Leute mit einer Social Media Kampagne interagieren und erreicht werden. Welche Kanäle haben die meiste Reichweite generiert? Kommt es zu einer “Conversion” – also einem Klick, einer Detailansicht oder im besten Fall zu einer Bewerbung? Nach einer umfassenden Evaluierung des Projekts “Azubi-Recruiting” gelingt die Suche nach Nachwuchskräften in Zukunft.

Fazit

Das Interesse an Ausbildungen steigt in den letzten Monaten wieder, gleichzeitig sind Unternehmen wieder verstärkt auf der Suche nach Nachwuchskräften. Besonders wichtig ist es, im Hinblick auf die Pandemie die richtigen Benefits anzupreisen, Perspektiven aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass es sich um einen sicheren Job mit Zukunft handelt.

Daneben gilt es, die richtigen Kanäle zu wählen: Die Ansprache über Social Media ist zentral, hier verbringen junge Menschen Jahr für Jahr mehr Zeit, in der Pandemie ist die Nutzung dazu zusätzlich gestiegen. Wenn Azubi-Recruiting Kampagnen-basiert angelegt wird, bietet sich die Chance, aktiv sowie zielgruppenspezifisch, nachvollziehbar und kosteneffizient auf passende Kandidaten zu zugehen. Gleichzeitig müssen Remarketing Maßnahmen gesetzt werden, um Kandidaten auch im Nachgang zu einer Bewerbung zu animieren.

Azubis wollen ihre Bewerbung zeitgemäß lösen, wichtig sind daher mobil optimierte Stellenanzeigen. Eine hürdenlose und direkte Kommunikation sowie eine smartphone-optimierte Bewerbungserstellung direkt im Anschluss an eine Social Media Anzeige liefern am Ende mehr Bewerbungen. Damit können Unternehmen in Zukunft Kandidaten zeitgemäß ansprechen. Eine nutzerfreundliche Bewerbung, im Idealfall selbsterklärend und intuitiv helfen dabei, dass Kandidaten eine Bewerbung auch wirklich abschicken und Unternehmen ihre Traum-Azubis auch in Zukunft finden.

(1) Deloitte, Smartphone-Nutzung in der COVID-19-Pandemie (31.05.2021)

Sebastian Prax ist PR & Community Manager bei der mobilen Job-Plattform hokify. Nach seinem Studium (BA Geschichte und MA Interdisziplinäre Europastudien) ist er seit März 2018 Teil des Team von hokify und für die Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen zuständig. hokify ist die mobile Job-Plattform, mit derzeit 35.000 registrierten Unternehmen und mehr als 750.000 Jobsuchenden, vor allem in den Branchen Gastronomie, Handel, Handwerk & Büro.

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