Warum Unternehmen Azubis am Smartphone ansprechen sollten

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Wie und wo können Unternehmen Azubis erreichen und für eine Ausbildung gewinnen? Mehr erfahren Sie von Sebastian Prax von hokify.

Den richtigen Azubi zu finden ist in den letzten Jahre zur Herausforderung geworden – besonders für Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Immer mehr KMUs können offene Ausbildungsplätze Jahr für Jahr nicht besetzen. Dazu hinterlässt die Corona-Krise tiefe Spuren am Arbeitsmarkt. Der Auszubildenden-Mangel ist jedoch ein Strukturproblem, das nach wie vor besteht und durch den kurzfristigen Anstieg an verfügbaren Arbeitskräften am Markt nicht gelöst wird. Wie und wo können Unternehmen in Zukunft Azubis besser erreichen und für eine Ausbildung gewinnen, um konkurrenzfähig zu bleiben?

Suchen und gefunden werden: Ein Missverhältnis

In der Praxis suchen Chefin und Chef oft selbst nach Azubis für ihr Unternehmen, Personalabteilungen gibt es meistens nicht, die Personalsuche läuft nebenbei. Bei der Suche wird auf regionale Stellenportale und Medien zurückgegriffen – dies ist durchaus sinnvoll, da Azubis nur selten bereit sind, eine Ausbildungsstelle abseits ihrer Heimat anzutreten. Trotzdem führt dieser Weg immer seltener zum Erfolg. Es wird übersehen, dass sich das Mediennutzungsverhalten der jungen Generationen in den letzten Jahren grundlegend geändert hat. Mit Jobanzeigen in Zeitungen und auf traditionellen Stellenbörsen werden zwar die Eltern von potentiellen Azubis erreicht, die begehrten Kandidaten selbst erreichen die KMU hingegen nicht direkt.

Generation Smartphone

Geht es darum, wie junge Menschen Medien nutzen, wird schnell deutlich, es dreht sich alles um zwei Themen: Das Smartphone und Social Media. Die Jahrgänge, die nach dem Jahr 2000 geboren wurden, sind Digital Natives von klein auf – sie nutzen Social Media und das Smartphone täglich mehrere Stunden. Im DACH Raum haben fast 100 Prozent dieser Altersgruppe ein Smartphone.

Angehende Azubis drücken sich zunehmend in Posts, Status-Updates und Chats aus. Daher ist es nur verständlich, dass diese junge Generation auch über ihr Smartphone nach Ausbildungen suchen und sich mobil bewerben will. Doch viele Unternehmen halten an traditionellen Stellenportalen und Bewerbungsprozessen fest, die nicht mehr mit der Kommunikationspraxis von jungen Menschen übereinstimmen. Den alten Prozess mit langen Bewerbungsformularen schlicht auf das Smartphone zu “pressen” funktioniert nicht – es braucht einen neuen Prozess.

Neue Kommunikationskanäle: Social Media, WhatsApp und Co.

Mit einer Regionalzeitung können die Jahrgänge nach 2000 nicht mehr viel anfangen, News werden weitgehend über das Smartphone konsumiert. Auch Mails sind nicht im täglichen Gebrauch dieser Generation verankert. Die tägliche Social Media Nutzung der 16 bis 19 Jährigen liegt hingegen bei durchschnittlich 150 Minuten am Tag. Hier wird gechattet, geliked und gepostet. Durch WhatsApp, die App ist fast auf jedem Smartphone in Deutschland zu finden, hat sich die Kommunikation beschleunigt und nichts ist leichter als eine Sprachnachricht oder ein Foto an Freunde zu verschicken. Genau so können potentielle Azubis für eine Ausbildung erreicht werden – schnell und unkompliziert, direkt am Smartphone!

Azubis fehlt Bewerbungserfahrung

Wegen des jungen Alters wissen viele noch nicht, wie eine ordentliche Bewerbung aussieht. Die Erfahrung fehlt einfach, viele bewerben sich zum ersten Mal. Junge Menschen wollen eine Bewerbung anders lösen. Übersichtliche Interfaces, die sie durch ihre tägliche Nutzung kennen, Abfragen direkt am Smartphone oder die einfache Übermittlung von Unterlagen wie Fotos und Lebenslauf via Chat tragen zu einer positiven Bewerbungserfahrung bei.

Dem gegenüber stehen KMUs, welche weiterhin auf Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf, Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben bestehen. Allesamt Unterlagen, mit denen Azubis noch nicht wirklich Erfahrung haben. Oft bleiben deshalb wertvolle Kandidaten aus. Alles, was den Bewerbungsprozess komplizierter macht, sollte in Zukunft weggelassen und an die junge Zielgruppe angepasst werden. Es geht vor allem darum den einen richtigen Azubi zu finden, der eine Ausbildung im Unternehmen auch wirklich antreten will – so einem Kandidaten dürfen keine zusätzlichen Steine in den Weg gelegt werden.

Mobiler und schneller Bewerbungsprozess als Lösung

Genau jetzt sollten KMUs ein Schritt auf die jungen Generationen zugehen und Azubis mit zeitgemäßen Stellenanzeigen dort für eine Ausbildung gewinnen, wo sie täglich Zeit verbringen – am Smartphone und auf Social Media. Dafür muss nicht eigens eine Personalabteilung aufgebaut werden. Vielmehr können etablierte Player am Recruiting Markt ihre professionelle Erfahrung in der Ansprache von potentiellen Azubis via Social Media einbringen. Dass eine Modernisierung und Digitalisierung auch in kurzer Zeit möglich ist, hat die Corona-Pandemie gezeigt.

Kurze Kommunikationswege, Schritt für Schritt Abfragen in Chat-Funktionen entsprechen dem Kommunikationsstil junger Menschen. Gewünscht wird eine kurze und einfache Bewerbung, am besten im direkten Anschluss an eine Stellenanzeige. In Zukunft muss es möglich sein, einen Lebenslauf genauso einfach zu versenden wie ein Foto über WhatsApp. Speziell hier müssen viele Klein- und Mittelbetriebe mit traditionellen Bewerbungsprozessen noch nachbessern und sicherstellen, dass es keine Bewerbungsformulare gibt, die eine Bewerbung am Smartphone unmöglich machen.

So stellt man als Unternehmen sicher, auch weiterhin die Fachkräfte der Zukunft für eine Ausbildung zu begeistern.

Sebastian Prax ist PR & Community Manager bei der mobilen Job-Plattform hokify. Nach seinem Studium (BA Geschichte und MA Interdisziplinäre Europastudien) ist er seit März 2018 Teil des Team-hokify und für die Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen zuständig. hokify ist die mobile Job-Plattform, mit derzeit 30.000 registrierten Unternehmen und mehr als 750.000 Jobsuchenden, vor allem in den Branchen Gastronomie, Handel, Handwerk & Büro.

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