24YOU: Der Generation Z Orientierung geben

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Unklare Berufsbilder, diffuse Selbsteinschätzungen – die Generation Z braucht berufliche Orientierungshilfe. Alexandra Grahé, Regional Lead of Change bei H&M, beschreibt hier ein Programm, wo junge Menschen sich selbst, ihre Stärken und die Anforderungen der modernen Arbeitswelt kennenlernen können. Erfahren Sie mehr über 24YOU.

Die meisten jungen Menschen haben heute die Möglichkeit, ihre Zukunft nach ihren Wünschen zu gestalten. Doch wem alle Türen offenstehen, dem fällt es nicht immer leicht, eine Entscheidung zu treffen, wo die Reise hingehen soll.

Häufig genug scheitert der Karrierestart nicht an mangelnden Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber, sondern an unklaren Berufsbildern und falschen Vorstellungen mit Blick auf die eigenen Fähigkeiten. Damit der Start ins Berufsleben gelingt, müssen wir jungen Menschen dabei helfen, Antworten auf zentrale Fragestellungen für sich zu finden: Wer bin ich? Was sind meine Stärken und Werte? Wo möchte ich hin/Was ist mein Ziel?

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Für diese Orientierung benötigen sie Zeit, die ihnen das Bildungssystem teilweise nicht ausreichend gewährt. Um die junge Generation auf dem Weg zu mehr persönlicher Reife zu unterstützen, hat H&M gemeinsam mit The DO School das Programm 24YOU ins Leben gerufen.

Persönlichkeitsbildung ist ein unterschätzter Aspekt auf dem Arbeitsmarkt

Selten war es wichtiger, für Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen: Der Fachkräftemangel ist ein Dauerthema. Rund 44 Prozent der Unternehmen geben in einer ifo-Befragung aus dem Januar an, vom Fachkräftemangel beeinträchtigt zu sein. Gleichzeitig dauert es laut dem Institut im Schnitt vier Monate, bis eine offene Stelle mit einer Fachkraft besetzt ist. Es gibt also zu wenige qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber und denjenigen, die auf den Arbeitsmarkt kommen, fehlt es an Selbstbewusstsein und Orientierung.

Hier setzen wir mit unserem Programm 24YOU an. Seit inzwischen sieben Jahren kooperieren wir mit der internationalen Plattform The DO School, die Menschen, Unternehmen, Organisationen und Expertinnen / Experten für eine innovativere und nachhaltigere Zukunft zusammenbringt. Wir bieten Teilnehmerinnen / Teilnehmern in Deutschland ein Programm, mit dem sie sich selbst, ihre Stärken und die Anforderungen der modernen Arbeitswelt kennenlernen können.

Dabei werden sie insbesondere darin bestärkt, selbstständig Entscheidungen zu treffen, statt sich nach den Wünschen anderer auszurichten. Viele junge Erwachsene entscheiden sich beispielsweise schlicht aufgrund der gesellschaftlichen Erwünschtheit direkt nach der Schule für ein Studium oder legen sich vorschnell auf einen Berufszweig fest, ohne sich ausreichend zu informieren.

Gleichzeitig wächst in der jungen Generation zusehends der Wunsch, eine sinnstiftende Aufgabe in Unternehmen zu übernehmen. Auch hier ist The DO idealer Partner für uns, um Absolventinnen und Absolventen anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, wie sie ihre Ideen für Gesellschaft, Umwelt und Mitmenschen erfolgreich in die Praxis umsetzen können.

Mehr als ein klassisches Orientierungsprogramm

Das Programm 24YOU setzt sich im Wesentlichen aus drei Säulen zusammen, den persönlichen Erfahrungslaboren, kurz LABs:

  • Im MY WORK LAB lernen Teilnehmende zunächst H&M als Unternehmen kennen, sei es in den Stores, im Büro oder in der Logistik. Sie erhalten einen Einblick in die Berufe, Abteilungen und Funktionsweisen eines internationalen Konzerns und lernen Megatrends in Arbeitswelt und Gesellschaft kennen. Die hier erworbenen Kompetenzen werden anschließend reflektiert und auf anstehende Aufgaben und die weitere persönliche Entwicklung übertragen.
  • Im MY SKILLS LAB wird eine aktuelle Problemstellung des Unternehmens im Rahmen einer Challenge von dem Teilnehmenden bearbeitet. Beispielsweise machen sie sich Gedanken, wie ein nachhaltigerer Konsum im Einklang mit den Wünschen unserer Kundinnen / Kunden aussehen könnte.
    Die Teilnehmenden tauschen sich zur Problemlösung mit erfahrenen Expertinnen / Experten aus und bauen so ihr eigenes Netzwerk aus. Die Ergebnisse sind häufig so gut, dass sie direkt in unseren Stores, Büros und Prozessen umgesetzt werden: Ein echter Gewinn für uns als Unternehmen, denn die Perspektive der Zielgruppe Generation Z können wir so unmittelbar in unser Handeln einfließen lassen.
  • Im MY FUTURE LAB lernen sich die Teilnehmenden selbst noch besser kennen. Sie erkunden eigene Ziele, Werte und Talente. An dieser Stelle zahlt sich das internationale Experten-/ Expertinnennetzwerk von The DO School besonders aus. Im Rahmen von sogenannten „My Way Talks“ geben einige von ihnen persönliche Einblicke in unterschiedliche Entwicklungswege.
    Andere Fachleute vermitteln, wie man sich in Beruf und Privatleben erfolgreich präsentiert und die eigenen Stärken gekonnt einsetzt. Im Rahmen von Coachings und Peer-Sessions werden die eigene Persönlichkeit reflektiert und individuelle Ziele, Werte und Talente erkundet. Zur Entscheidungsfindung und Persönlichkeitsentwicklung kommen jeweils eigene Tools zum Einsatz.

Das Programm stellt die ganze Person in den Mittelpunkt – damit unterscheidet sich 24YOU fundamental von herkömmlichen Ausbildungsprogrammen, wie auch wir sie anbieten. Das individuelle Coaching nimmt eine zentrale Rolle ein, wobei beide Kooperationspartner den Teilnehmenden eigene Expertinnen / Experten zur Seite stellen.

Hybride Angebote für eine größere Zielgruppe

Ein wichtiges Learning aus den vergangenen Jahren: Nur Schulabgängerinnen / Schulabgänger anzusprechen reicht bei Weitem nicht mehr aus. Der Bedarf unter Studierenden und Quereinsteigerinnen / Quereinsteigern für ein entsprechendes Programm ist absolut gegeben. Und nur mit weiterer Skalierung werden wir dem mittelfristigen Ziel, einem gesamtgesellschaftlichen Kulturwandel bei der Ausbildung junger Menschen, bedeutend näherkommen und einen echten Austausch mit der nächsten Generation fördern. Deswegen haben wir uns entschieden, die Zielgruppe stark zu erweitern und die Ausgestaltung des Programms entsprechend anzupassen.

2023 läuft 24YOU erstmals nicht mehr als Vollzeitprogramm, sondern als flexibles Teilzeitangebot. Gleichzeitig wurde die Dauer von sechs auf zwölf Monate verlängert und die Teilnehmendenzahl von zuvor 20 auf nunmehr 50 deutlich erhöht. Dabei arbeiten wir bewusst hybrid, um eine optimale Vereinbarkeit mit parallelen Praktika und Studiengängen zu gewährleisten.

Eine Online-Plattform mit regelmäßigen virtuellen Programmpunkten wird um intensive In-Person-Formate ergänzt, um in enger Verbindung mit unseren Mitarbeiterinnen / Mitarbeitern gemeinsam zu lernen. Die Alumni bleiben auch nach einem Jahr weiter auf der Plattform aktiv, um ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben.

Ein Programm als Anstoß für die Gesellschaft

Zwar führen wir unter unseren Alumni bewusst keine datenbasierte Auswertung durch, da wir 24YOU nicht als reines Rekrutierungsprogramm sehen. Das Feedback der Teilnehmenden hilft uns dennoch bei der stetigen Weiterentwicklung und bestätigt uns in unserer Herangehensweise. Der Großteil von ihnen beginnt nicht unmittelbar eine Karriere bei H&M. Das ist aber auch nicht unser Ziel. Im Idealfall profitieren wir als Arbeitgeber mittelbar von zahlreichen Weiterempfehlungen.

Unsere Erfahrungen zeigen nochmal deutlich: Junge Menschen müssen lernen, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen, wenn wir als Gesellschaft ihr Potenzial endlich voll ausschöpfen wollen. Wir haben selbstverständlich kein Patentrezept. Dennoch sind wir überzeugt: Orientierungsprogramme als Ergänzung zu bestehenden Talentprogrammen sind eine wertvolle Chance, den Bedürfnissen von Nachwuchskräften zu begegnen und dem Fachkräftemangel ein wirksames Mittel entgegenzusetzen.

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Foto Alexandra Grahé

Alexandra Grahé ist Impact Team Lead bei H&M in der Region Central Europe. In dieser Funktion ist sie für die Umsetzung von Inklusion und Vielfalt im Unternehmen zuständig. Ihr Team bearbeitet zudem die Bereiche Nachhaltigkeit, Innovation und Public Affairs. Die studierte Diplom-Psychologin hatte bereits verschiedene leitende Positionen innerhalb der H&M Group inne. Von 2015 bis 2020 war sie HR-Managerin in Deutschland und anschließend in der Region Central Europe für Transformationsprozesse zuständig.

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