Remote Work ist nicht bloß ein weiterer Benefit

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Remote Work kann Unternehmen als strategisch wichtiges Werkzeug dienen, sich von der Konkurrenz abzuheben, sagt Christopher McNamara, Chief Revenue Officer bei Remote. Denn vielen Menschen ist Flexibilität wichtiger als die Bezahlung.

Lange Zeit schien es, als seien die talentiertesten Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter großen Technologiekonzernen wie Apple oder Google vorbehalten. Allein ihr Name verfügte über eine Strahlkraft, die die weniger bekannte Konkurrenz im Schatten verblassen ließ. Doch die Prioritäten der Bewerberinnen und Bewerber haben sich geändert. Eine gesunde Work-Life-Balance ist heute wichtiger denn je. Dieser Trend zeichnete sich zwar schon vor Beginn der Pandemie deutlich ab, allerdings hat dieser massive Einschnitt vielen bewusst werden lassen, welch großen Beitrag flexible Arbeitsmodelle leisten können, um Privat- und Berufsleben besser miteinander zu vereinbaren.

Statt Remote Work zurück ins Büro?

Dass ausgerechnet Unternehmen wie Twitter oder Netflix ihre Teams zurück ins Büro geholt haben, ist angesichts der Entwicklungen ziemlich überraschend – auch, weil sie zu den ersten gehörten, die ihre Standorte schlossen, um die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen. Die Entscheidung gegen ortsunabhängiges Arbeiten könnte auf lange Sicht negative Folgen für sie haben – und das gleich im mehrfachen Sinne. Inzwischen braucht es nämlich weit mehr als einen bekannten Namen, um Talente anziehen und halten zu können.

Zeit ist Geld – das gilt auch beim Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel erreicht mit jedem Jahr neue Dimensionen, die alle Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Laut Bundeswirtschaftsministerium fällt es 44 Prozent aller Berufsgruppen aktuell schwer, passenden Nachwuchs zu finden. Neben sozialen und Pflegeberufen leidet vor allem die Bau- und die IT-Branche. Um den Mangel nicht zusätzlich zu verschlimmern, wird es umso wichtiger, bestehende Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter zu halten. Denn: Fluktuation ist teuer.

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Laut einer Analyse des Jobportals Stepstone liegen die Kosten für eine offene Stelle bei bis zu 38.000 Euro. In einigen Branchen dauert es außerdem extrem lange, bis diese erneut besetzt werden kann: Für die Suche nach neuen IT-Fachkräften benötigen Unternehmen im Schnitt 118 Tage, während Handwerksbetriebe rund 133 Tage brauchen, um neue Talente zu rekrutieren. Spitzenreiter ist und bleibt jedoch das Gesundheitswesen – hier beträgt die Vakanzzeit einer Stelle durchschnittlich 142 Tage.

Doch es gibt auch gute Nachrichten, denn laut unseres Remote Workforce Reports können alternative Arbeitsmodelle dabei helfen, diese Problematik zumindest ein Stück abzumildern. Mit 69 Prozent gab die überwiegende Mehrheit der Befragten nämlich an, dass es ihnen mithilfe von Remote Work möglich war, die Bindung zwischen Unternehmen und Angestellten zu festigen. Während knapp ein Viertel (24 Prozent) der Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter, die im Büro vor Ort arbeiten, angab, einen Jobwechsel in Betracht zu ziehen, sagten dies unter den Remote-Teams nur 17 Prozent.

Zusätzlich hat eine Untersuchung der Universität Stanford ergeben, dass sich auch die Produktivität um 13 Prozent steigern lässt, wenn Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter selbst entscheiden können, von wo aus sie arbeiten möchten. Das wird auch durch die Ergebnisse unserer eigenen Umfrage bestätigt: Von denen, die über das eigene Land hinweg verteilt arbeiten, gaben 58 Prozent an, dass sich ihre Produktivität dadurch verbessert habe. Bei den Unternehmen, die global operieren, bestätigten dies sogar 72 Prozent.

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Flexibilität ist zu einem wichtigen Gut geworden

Abgesehen von den hohen Kosten, die mit dem Fachkräftemangel einhergehen, entwickelt sich Remote Work zunehmend zu einem wichtigen Faktor, der darüber entscheidet, welches Unternehmen neue Talente für sich gewinnen kann und welches nicht. Aus diesem Grund ist das alternative Arbeitsmodell nicht bloß als ein weiterer Benefit für Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter zu betrachten – es bietet ihnen die Möglichkeiten, ihr Leben völlig neu zu organisieren, und kann Arbeitgeberinnen / Arbeitgeber deshalb als strategisch wichtiges Werkzeug dienen, das ihnen dabei hilft, sich von der Konkurrenz abzuheben. Besonders deutlich wird die Relevanz im Vergleich mit finanziellen Incentives: Im Rahmen unserer Umfrage gab mit 53 Prozent nämlich mehr als die Hälfte der Befragten an, dass ihnen Flexibilität wichtiger sei als ihre Bezahlung.

Vor allem bei der Suche nach jüngeren Zielgruppen kann Remote Work einen entscheidenden Faktor darstellen: Während nur 32 Prozent der Baby Boomer angaben, besonders viel Wert auf Flexibilität zu legen, sagten dies immerhin 44 Prozent der Generation Z, die allmählich auf den Arbeitsmarkt strömen. Am wichtigsten war die Möglichkeit, von überall aus arbeiten zu können, aber für die Millennials, die zwischen den frühen 80er- und den späten 90er-Jahren geboren sind.

Der Grund, weshalb gerade diese Generation die Vorteile von ortsunabhängiger Arbeit schätzen gelernt hat, liegt nah: Einerseits hat der Großteil von ihnen bereits Erfahrungen im Bürokontext sammeln können, andererseits ist dies die Zeit der Familienplanung, in der ein größtmögliches Maß an Flexibilität dazu beiträgt, Berufliches und Privates miteinander zu kombinieren. Dass vor allem Frauen von Remote Work profitieren, ist ebenfalls nicht verwunderlich: Sie nutzen die Vorteile des Arbeitsmodells weniger zum Reisen als zur Erfüllung ihrer familiären Pflichten, also beispielsweise der Betreuung ihrer Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen.

Ein wichtiger Hebel in schweren Zeiten

Noch nie zuvor war es für Unternehmen so schwer, neue Talente für sich zu gewinnen. Remote Work kann in Zeiten wie diesen als wichtiger Wettbewerbsvorteil dienen. Die Flexibilität, die mit dem Arbeitsmodell einhergeht, ist für viele Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter zu einem wichtigen Kriterium geworden und kann sogar darüber entscheiden, ob sie sich für eine(n) Arbeitgeber(in) entscheiden oder nicht. Vor allem bietet ortsunabhängiges Arbeiten Unternehmen aber die Chance, ihren Bewerber / -innenpool zu vergrößern, indem sie nicht nur überall auf der Welt nach neuen Talenten suchen, sondern auch innerhalb Deutschlands jene Gruppen ansprechen können, die flexibel sein müssen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Am Ende profitieren sie also gleich mehrfach: Sie können nicht nur eher offene Stellen besetzen und bereits bestehende Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter an sich binden, sondern steigern außerdem erheblich die Zufriedenheit ihrer Teams. Und dass zufriedene Angestellte die beste Arbeit erbringen, ist alles andere als ein Geheimnis.

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Christopher McNamara ist Chief Revenue Officer bei Remote und ist in seiner Position für die globalen Vertriebs-, Vertriebsbetriebs- und Vertriebsaktivierungsteams des Unternehmens verantwortlich. Zuvor war er SVP of Sales and Customer Success bei Glassdoor und Chief Operating Officer bei DesignCrowd. Chris hat einen MBA der Stanford Graduate School of Business und einen Bachelor-Abschluss in Rechnungswesen und Finanzen der University of New South Wales.

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