Hybrides Arbeiten: Das Zugehörigkeitsgefühl stärken

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Bei hybridem Arbeiten fehlt oft der persönliche Austausch. Christoph Drebes, Geschäftsführer von Mystery Minds, schildert, wie HR das Zugehörigkeitsgefühl stärken kann.

Die Covid-19-Pandemie hat die Arbeitswelt erschüttert – doch inzwischen hat sich ein „New Normal“ etabliert. Menschen arbeiten und treffen sich digital. Der Wegfall der „Arbeitsstätte Büro“ scheint längst kein großes Hindernis für die Zusammenarbeit mehr darzustellen. Doch sind die Folgen von hybriden oder flexiblen Job-Modellen weitaus größer, als es den Anschein erweckt. Es mangelt an persönlichem Austausch. Wie können HR Experten ein neues Zugehörigkeitsgefühl fördern?

Der Austausch in der Kaffeeküche oder das morgendliche Team-Meeting zählten in der „alten Welt“ für viele Beschäftigte zu den beliebten Routinen des Arbeitsalltags. Daraus resultierte nicht nur ein gutes Gefühl der Zugehörigkeit – sondern auch neue Impulse, zum Beispiel im Hinblick auf Projekte oder die Entwicklung von Innovationen.

Nun ist die klassische Arbeit im Büro häufig Vergangenheit. Stattdessen wurde ein Wechsel zwischen mobilem Arbeiten und Office-Präsenz zur neuen Normalität – häufig mit deutlichem Schwerpunkt auf ersterem. Unabhängig vom weiteren Pandemiegeschehen dürften sich hybride Modelle langfristig etablieren. Viele Firmen haben ihre Büroflächen bereits verkleinert und entlasten damit ihren Haushalt.

Zahlreiche neue „Standorte“

Auf der einen Seite profitieren Mitarbeiter und Arbeitgeber „remote“ häufig von höherer Effizienz – etwa bedingt durch das ungestörte Arbeiten im Homeoffice. Gleichzeitig fehlen insbesondere informelle Meeting Points: Damit geht die Gefahr einher, dass das Zugehörigkeitsgefühl und das Beziehungsgefüge in Organisationen verloren geht. Wenn sich mit dem mobilen Arbeiten innerhalb kurzer Zeit viele einzelne „Standorte“ etablieren, droht die Entstehung von Silomentalitäten.

Zudem ist mit dem physischen Arbeitsort auch ein Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen verbunden – dies fällt nun möglicherweise weg. Führungskräfte müssen entsprechend steuern, um auch von Zuhause ein „Wir“- Gefühl herzustellen.

Um die positiven Seiten hybriden Arbeitens in den Vordergrund zu rücken gilt es unter dem Strich, eine neue Kultur der Zusammenarbeit zu entwickeln. Dabei sind HR Manager federführend verantwortlich, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten. Aus Sicht von Mystery Minds stehen fünf Ansätze im Vordergrund:

1. Vertrauenskultur durch Kommunikation:

Hybride Team-Meetings: Zugehörigkeitsgefühl stärkenWenn Teams vollständig oder zu einem erheblichen Anteil mobil arbeiten, verändern sich viele Parameter. Um Vertrauen zu stärken, ist eine offene und transparente Kommunikation mit klarer Informationspolitik seitens des Managements vonnöten. So lassen sich Ängste reduzieren. Ebenso von Bedeutung ist es, durch HR klare Regeln im Rahme einer Homeoffice-Policy festzulegen – auch das stärkt Vertrauen.

2. Hybride Team-Meetings:

Es gilt, digitale Alternativen für persönliche Meetings anzubieten. Virtuelle Conference Tools stoßen allerdings an ihre Grenzen, wenn ein Teil des Teams im Büro ist und ein anderer vom heimischen Schreibtisch arbeitet. Eine gute technische Ausstattung ist notwendig, um bestmögliche Kommunikation zu gewährleisten. Sinnvoll ist es auch, in regelmäßiger Frequenz Meetings vor Ort zu realisieren.

3. Gespräche in der virtuellen Kaffeeküche:

Der informelle Austausch geht in der hybriden Arbeitswelt mindestens anteilig verloren, denn digitale Vernetzung kann persönliche nie vollständig ersetzen. Doch hat virtuelle Arbeitsform auch Vorteile: So machen es digitale Kommunikations-Kanäle möglich, selbst über Abteilungsgrenzen und Standorte hinweg in Interaktion zu treten. Um das persönliche Netzwerk zu erweitern, bietet sich der Einsatz von „Blind-Dating-Tools“ an: Kollegen, die sich auf einer Plattform registrieren, werden einander per Zufallsprinzip für einen virtuellen Kaffee zugelost.

4. Digitale und interaktive Veranstaltungsformate:

Um Kontaktpunkte über Abteilungen hinaus zu ermöglichen und um Informationen seitens der Geschäftsleitung auch im Zeitalter von Hybrid Work zielgenau zu vermitteln, bieten sich digitale Firmenveranstaltungen an. Der gesamte Rahmen und die Organisation von Events sollte dabei im Hinblick auf virtuelle Arbeit adaptiert werden. Networking-Formate lassen sich auch in virtuelle Formate einbinden – zu denken ist an Tools zur Vernetzung im 1:1 Kontakt.

5. Virtuelle Kollaborations-Tools:

Frau arbeitet am LaptopDie Basis für gut funktionierende hybride Zusammenarbeit liegt in Vertrauen, Transparenz und Wissensmanagement. Doch entfalten sich die Vorteile von Homeoffice-Lösungen oft erst mit den richtigen Technologien für Kommunikation und Kollaboration. Denn diese ermöglichen schlagkräftige Zusammenarbeit für alle Teammitglieder und Führungskräfte beispielsweise in den Bereichen Wissensmanagement oder Projektplanung. Sie helfen, Verzögerungen oder Fehlentscheidungen zu vermeiden. Bei der Frage nach der richtigen Software geht es darum, den Bedarf von Teams und Abteilungen zu kennen und diese in die passenden Tools zu „übersetzen“.

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Photos: ©Envato/nenetus / ©Envato/Lana_M / ©Envato/Prostock-studio

Christoph Drebes ist Geschäftsführer der Mystery Minds GmbH. Der Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) Lösungen mit Sitz in München ermöglicht es Mitarbeitern mittlerer und großer Unternehmen, sich mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen. Daraus resultiert für die gesamte Organisation die Chance auf bessere Zusammenarbeit. Damit verbundene Ziele sind der Abbau von Silos und die Etablierung einer zukunftsweisenden Unternehmenskultur.

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