Corona Barometer: Hybride Arbeitsmodelle, neuer Führungsstil

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Seit Mai 2020 befragt XING seine Mitglieder in regelmäßigen Abständen zur aktuellen Stimmung und Arbeitssituation im Rahmen des Corona Barometers.

71 Prozent der deutschen Befragten empfinden das Jahr 2020 als anstrengender und herausfordernder als die vorangegangenen Jahre. Ein anderes Ergebnis hätte wohl auch überrascht. Auch die allgemeine Stimmung ist schlechter: Ging es im Mai noch rund 52 Prozent der befragten deutschen XING Mitglieder sehr gut oder gut, sind es im November nur rund 44 Prozent.

Allerdings lassen sich die Deutschen ihren Optimismus nicht ganz nehmen. Der Zukunft blicken die Befragten etwas positiver entgegen als im Mai: Wenn sie an die Situation in einem Jahr denken, sind die Aussichten für fast 55 Prozent sehr positiv beziehungsweise positiv, im Mai haben rund 52 Prozent die Zukunft so positiv bewertet.

In Summe war das Arbeitsjahr 2020 – trotz Corona-Krise – für rund 57 Prozent der befragten Deutschen zufriedenstellend.

Hybrid-Office dürfte sich durchsetzen

Waren im Mai fast 47 Prozent der befragten XING Mitglieder aus Deutschland ausschließlich im Homeoffice, so sind es im November nur noch rund 32 Prozent – wobei Deutschland hier im Vergleich zu Österreich (circa 38 Prozent) und der Schweiz ( circa 33 Prozent) den niedrigsten Wert hat. Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland arbeiten im November teilweise im Homeoffice, im Mai waren es noch circa 24 Prozent. „An dieser Entwicklung sehen wir, dass sich hybride Office-Lösungen, also Arbeiten sowohl im Büro als auch im Homeoffice, durchzusetzen scheinen“, so Sabrina Zeplin, Geschäftsführerin XING.

Nach wie vor vermissen die deutschen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Homeoffice am meisten die sozialen Kontakte (circa 73 Prozent). Die Vorgesetzten und die Kommunikation mit diesen fehlen nur etwas mehr als einem Viertel der Befragten Deutschen (circa 26 Prozent). Die räumliche Trennung zwischen Arbeit und Wohnen beziehungsweise Freizeit ist für circa 44 Prozent der Befragten in Deutschland nach wie vor eine Herausforderung, aber auch ein ergonomischer Arbeitsplatz fehlt mehr als jedem Dritten (circa 37 Prozent).

Pandemie verändert Führungsstil und Verhalten der Vorgesetzten

Die Pandemie verändert vieles – auch den Führungsstil in Deutschlands Unternehmen. Denn mehr als ein Viertel der befragten XING Mitglieder ohne Führungsverantwortung gaben im November an, dass sich der Führungsstil ihrer Vorgesetzten verändert hätte. Am häufigsten nannten sie, dass die deutschen Führungskräfte mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnis übertragen (circa 32 Prozent). Rund 30 Prozent gaben an, die Führungskräfte kommunizieren im Homeoffice weniger als im Büro, allerdings gaben 25 Prozent der Befragten an, dass die Führungskraft im Homeoffice besser erreichbar ist. Auch nehmen mehr als ein Viertel der Befragten (circa 26 Prozent) ihre Führungskraft empathischer wahr als vor der Krise.

Und das sagen die Führungskräfte über sich selbst: Mehr als 40 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, ihren Führungsstil geändert zu haben. Fast 9 von 10 Führungskräften versuchen, ihre Mitarbeiter besser zu motivieren (circa 86 Prozent) und 7 von 10 sind der Meinung, ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse zu geben (circa 73 Prozent).Zu den Hauptaufgaben von Führungskräften gehören die Festlegung klarer Ziele, Kommunikation einer Vision und Vorgabe der Strategie. Immerhin rund 69 Prozent (klare Ziele festlegen) beziehungsweise mehr als 59 Prozent (Vision und Strategie) tun dies nun verstärkt.

Auch im Bereich der Kontrolle durch Vorgesetzte hat die Corona-Pandemie eine Auswirkung, doch die Wahrnehmung von Angestellten und Führungskräften geht auseinander. Nur rund 20 Prozent der befragten Angestellten fühlen sich im Homeoffice durch ihre Führungskraft weniger kontrolliert. Allerdings ist jede dritte Führungskraft der Meinung, die Mitarbeiter im Homeoffice weniger zu kontrollieren. Mehr Kontrolle üben übrigens rund 10 Prozent der Führungskräfte aus.

Sabrina Zeplin betont in dem Zusammenhang, dass Remote Work auch Remote Führung benötigt: „Wir erleben derzeit einen echten Struktur- und Paradigmenwechsel, der auch ein neues Führungsverständnis voraussetzt. Es braucht Inspiration statt Kontrolle. Aufgabe der Führungskräfte ist es, Nähe trotz Distanz im Homeoffice, sowie gute Mitarbeitererfahrungen zu schaffen, um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bekommen, zu halten und zu inspirieren.“

Über das Corona Barometer:

1.308 aktive XING Mitglieder, davon 629 aus Deutschland, 329 aus Österreich und 350 aus der Schweiz, nahmen im November 2020 an der Umfrage teil. Die Mehrheit der XING Mitglieder sind sogenannte „White Collar Worker“. Dieser Begriff umfasst Berufsgruppen mit kaufmännischen, beratenden, administrativen und ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten, Berufe mit künstlerischen oder kreativ-schöpferischen Tätigkeiten sowie Heilberufe, heilpädagogische Berufe und Sozialberufe. Die Befragung zum Corona Barometer findet in regelmäßigen Abständen statt.

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