Zehn Tipps gegen mentalen Stress im „Corona-Homeoffice“

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Arbeiten im Homeoffice bringt für so manche Menschen Enge und Isolation mit sich. Reinhild Fürstenberg verrät, wie Sie gesund und entspannt bleiben.

Mentale Belastungen, Ängste, Schlafstörungen und Konflikte wurden schon nach wenigen Tagen der Corona-Quarantäne für viele Mitarbeiter ein Thema. Arbeit im Homeoffice klang für manchen zu Beginn erst mal nach kuscheliger Entspannung. Das ist lange her. Denn die Praxis ist immer noch für viele eine andere: die Umstellung gewohnter Abläufe, der digitale Austausch mit neuen Tools, räumliche Enge und Isolation oder aber Integration von Partner und Kindern in den Arbeitsalltag – und alles ohne das übliche soziale Leben.

Konfliktthemen in Partnerschaft und Familie, die durch das enge Zusammensein schnell hochkochen, oder Stress aufgrund der eigenen Überlastung kommen hinzu. Plötzlich ist man neben dem Job gleichzeitig Lehrer, Koch, Reinigungskraft, Pfleger – und möchte dazu noch ein guter Partner beziehungsweise eine gute Partnerin und am besten noch tiefenentspannt sein.

Vielen bereitet auch die Unsicherheit Sorgen: Einige Firmen haben keine klare Rückkehr-Strategie, es ist offen wie und ob Schulen und Kitas agieren. Diese Abhängigkeit von anderen Instanzen verunsichert einige Menschen zusätzlich, nichts scheint planbar.

Eines scheint momentan klar: Das „Corona-Homeoffice“ wird uns noch länger erhalten bleiben. Was kann man ganz konkret tun, wenn man sich in einer solchen Situation psychisch belastet fühlt? Hier sind zehn Maßnahmen gegen den mentalen Stress.

  1. Wichtig ist zunächst einmal eine Tagesstruktur, damit die Sorgen nicht zu viel Raum einnehmen. Morgens rechtzeitig aufzustehen, sich gut anzuziehen, dem Tag eine Ordnung mit Arbeitszeiten, Partnerschafts- und Familienzeiten, Pausen und Essenszeiten zu geben, aber auch Zeiten für sich ganz allein einzuplanen.
  2. Sport im Haus und in der Natur! Wandern, Nordic Walking, Radeln und Joggen sind mit Abstand zu anderen machbar. Gut ist auch, während der Arbeitszeit eine kurze sportliche Auszeit zu nehmen und frische Luft zu tanken. Spaziergänge sollten mit zum täglichen Programm gehören. Auch Übungen auf dem Heimtrainer halten Körper und Geist gesund!
  3. Hilfreich für die meisten sind Gespräche, um sich damit zu entlasten oder mit jemand Außenstehendem an Lösungen zu arbeiten.
  4. Sich Zeit nehmen für Dinge, die man gern tut und für die vielleicht endlich einmal Zeit ist. Entdecken Sie alte Interessen wieder – jetzt ist die Zeit, sie wieder hervorzuholen!
  5. Fördern Sie proaktiv Ihr soziales Leben. Pflegen Sie berufliche und private Sozialkontakte per Telefon und Videochat. Das ist die Chance in der Krise: Jetzt können Sie Kontakte aufleben lassen, die durch die Geschäftigkeit der Menschen bislang wenig Prioritäten hatten.
  6. Abgrenzungsstrategien. Für die Menschen, die sich nun mit ihrer Familie auf kleinerem Raum wiederfinden, gilt es, offen miteinander zu kommunizieren, wie jeder zeitweise seinen privaten Raum bekommen kann.
  7. Besonders wichtig: Homeoffice-Arbeit sollten Sie so gut wie möglich zeitlich begrenzen, damit das Privatleben nicht die Arbeit beeinflusst – und umgekehrt.
  8. Nutzen Sie die Chancen der Digitalisierung und arbeiten Sie sich weiter in Onlinetools ein: Absolvieren Sie digitale Weiterbildungen per Webinar und machen Sie sich vertraut mit spannenden Angeboten im Netz, die Sie bislang vernachlässigt haben – vom Sprachenlernen bis hin zum Zeichenkurs.
  9. Auf das Positive und die Chancen in der Krise schauen – neben aktuellen Problemen gibt es gute Nachrichten: China hat die Corona-Krise weitgehend überwunden, das ist ein Anreiz für Optimismus. Limitieren Sie Ihren Konsum von News und Negativschlagzeilen, um dem Pessimismus keinen Raum zu geben. Auch positiv: Es etablieren sich nun digitale Arbeitsweisen mit Vorteilen für den Arbeitnehmer, die nach der Krise selbstverständlicher ihren Einsatz finden werden!
  10. Halten Sie Ihre Motivation hoch, indem Sie jetzt schon (berufliche und private) Ziele für die Phase nach der Krise festlegen, zum Beispiel einen Familienurlaub, Besuche von Freunden, eine tolle Anschaffung. Diese Ziele helfen, den aktuellen Fokus zu relativieren.
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Reinhild Fürstenberg ist Gründerin und Geschäftsführerin des Fürstenberg Instituts. Das systemische Beratungsunternehmen unterstützt Firmen dabei, Mitarbeiter gesund und leistungsstark zu halten, Zukunftskompetenzen in der Belegschaft aus- und aufzubauen und so psychische Belastungen in herausfordernden Veränderungs- oder Krisensituationen zu reduzieren. Die Lösungsstrategien beinhalten ein Beratungsangebot für Mitarbeiter und Führungskräfte (EAP), die gesundheitsorientierte Organisationsberatung, den Work-Life-Service sowie die Entwicklungs- und Qualifizierungsangebote der Fürstenberg Akademie.

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