Wie die Digitalisierung das Recruiting verändert

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Die Digitalisierung bietet im Recruiting heute schon viele Vorteile, aber auch noch viel Spielraum für Verbesserungen. Doron Marcu, CEO von Heyscout und Znapp, gibt einen Überblick.

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren immer mehr Bereiche unseres Lebens revolutioniert, von der Art und Weise, wie wir einkaufen und reisen, bis hin zur Fotografie. In vielen Fällen hat diese digitale Transformation zu positiven Veränderungen für die Nutzer geführt, wobei einige traditionelle Geschäftsmodelle und -praktiken auf der Strecke geblieben und noch nicht so weit von der Digitalisierung verändert worden sind.

Der Bewerbungsprozess zum Beispiel funktioniert heute noch wie bereits vor 100 Jahren, nach der Methode Post & Pray. Unternehmen veröffentlichen Stellenanzeigen und hoffen auf geeignete Kandidaten.

Von der Digitalisierung profitieren?

Im Bereich des Recruitings und der Personalbeschaffung liegt der Fokus der Digitalisierung bislang hauptsächlich auf den Unternehmen. Aber wie steht es um die Jobsuchenden? Wie profitieren sie von der Digitalisierung, und welche Herausforderungen und Lösungen gibt es in diesem Bereich?

In Deutschland gibt es mittlerweile Hunderte von Job-Plattformen, auf denen jährlich etwa 20 Millionen Stellenanzeigen geschaltet werden. Online-Jobplattformen und soziale Netzwerke erlauben es Unternehmen, ihre Stellenanzeigen einem breiteren Publikum zu präsentieren, und Arbeitnehmer können leichter passende Stellenangebote finden. Diese Plattformen decken unterschiedliche Branchen und Berufsfelder ab, und Jobsuchende müssen sich zunächst für eine oder mehrere dieser Plattformen entscheiden, um ihre Suche zu beginnen.

Die Bewerbung auf Jobangebote ist jedoch nach wie vor ein mühsamer und langwieriger Prozess, bei dem Jobsuchende in der Regel auf mehrere Stellenanzeigen individuelle Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnissen und Motivationsschreiben einreichen müssen. Zwar nutzen Unternehmen zunehmend sogenannte Applicant Tracking Systems (ATS), um Bewerbungen effizienter zu verwalten und die Geschwindigkeit des Recruitings zu erhöhen, diese Systeme verlangen jedoch häufig zusätzliche Informationen über Formularfelder, die Jobsuchende dann mühsam und für jeden Prozess neu einpflegen müssen.

Umkehrung des Bewerbungsprozesses

Ein innovativer Ansatz zur Verbesserung des Bewerbungsprozesses ist die Umkehrung des aktuellen Modells. Anstatt dass Jobsuchende auf Stellenanzeigen reagieren, könnten sie sich anonym mit ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen auf einer Plattform präsentieren, während Unternehmen ihren Bedarf veröffentlichen. Eine Maschine würde dann automatisch beide Seiten zusammenbringen und den ersten Informationsaustausch digital abwickeln. So könnte man den aufwändigen und langwierigen Bewerbungsprozess umgehen und direkt zum Interview übergehen, was eine deutliche Effizienzsteigerung bedeuten würde.

Die Digitalisierung von HR-Prozessen und der Jobsuche kann auch die Attraktivität von Unternehmen für in- und ausländische Arbeitnehmer erhöhen, indem sie eine größere Reichweite und bessere Zugänglichkeit der Ausschreibungen und Arbeitsplätze ermöglicht. Eine wichtige Rolle dabei spielen unter anderem mehrsprachige Onboardingtools und Intranets, HRIS-Systeme sowie automatisierte Zeiterfassungssysteme.

Die Implementierung mehrsprachiger Onboardingtools und HRIS-Systeme (Human Ressource Information System) ermöglicht es, den Einstellungs- und Integrationsprozess für ausländische Arbeitnehmer zu erleichtern. Da diese Systeme in einer für sie vertrauten Sprache verfügbar sind, können sie wichtige Informationen und Richtlinien besser verstehen und sich schneller in ihre neuen Rollen einarbeiten. Dies trägt dazu bei, dass sie sich wohler fühlen und ihre Produktivität steigern können.

Digitales mehrsprachiges Intranet, Automatisierung von Zeiterfassung

Digitale mehrsprachige Intranets ermöglichen es Fremdsprachlern, auf wichtige Unternehmensinformationen, Dokumente und Ressourcen in ihrer Muttersprache zuzugreifen, was die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens verbessert. Zudem fördert dies ein inklusiveres Arbeitsumfeld, in dem alle Mitarbeiter unabhängig von ihrer Herkunft und Sprache gleichermaßen wertgeschätzt und unterstützt werden.

Die Automatisierung von Zeiterfassungssystemen erleichtert zudem den Arbeitsalltag für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Da diese Systeme häufig cloudbasiert und über verschiedene Geräte zugänglich sind, können Mitarbeiter ihre Arbeitszeit einfach und flexibel erfassen. Dies führt zu einer genaueren Abrechnung und reduziert mögliche Fehler oder Missverständnisse, die durch manuelle Zeiterfassung entstehen können. Zudem ermöglichen diese Systeme eine transparente Überwachung von Arbeitszeit, Urlaub und Überstunden, was zu einer gerechteren Arbeitsumgebung beiträgt.

Kontinuierliche Verbesserung und Innovation

Um die Vorteile der Digitalisierung in der HR-Branche weiter auszuschöpfen und die Prozesse für alle Beteiligten noch attraktiver zu gestalten, sollte der Fokus auf kontinuierliche Verbesserung und Innovation bei gleichzeitiger Förderung von Inklusion und Vielfalt gelegt werden. Dies umfasst auch die Nutzung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen zum Abbau von Barrieren um eine Verbesserung der Chancengleichheit für Menschen mit Sprachbarrieren, Behinderungen oder andere benachteiligte Gruppen zu gewährleisten.

Insgesamt bietet die Digitalisierung im Bereich der Jobsuche und des Recruitings bereits heute schon viele Vorteile, aber auch noch viel Spielraum für Verbesserungen. Indem wir innovative Ansätze wie die Umkehrung des Bewerbungsprozesses verfolgen und die heutigen technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen, können wir den Prozess des Zusammenfindens von Unternehmen und Jobsuchenden erfolgreich gestalten und damit einen Beitrag dazu leisten, eine gerechtere und integrativere Arbeitswelt für alle zu schaffen.

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Foto Doron Marcu

Doron Marcu, Geschäftsführer von Heyscout und Znapp, bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in IT, HR und digitaler Transformation mit und ist mit seinen Ideen und einem gelebten Entrepreneur-Mindset verantwortlich für die stetige Weiterentwicklung der Plattform. Bei Znapp ist er für die digitale und technologische Entwicklung sowie für Controlling und Finanzen verantwortlich.

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