Wellbeing? Für gestresste Kräfte oft kein Thema.

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Die Mehrzahl der Angestellten erfährt ein hohes Maß an Stress im Arbeitsalltag. Allzu wenige nehmen Wellbeing-Programme wahr. Hier finden Sie Tipps, was Unternehmen tun können.

Laut der „International Workforce and Wellbeing Mindset Study“ von Alight und der Business Group on Health empfinden weltweit fast drei Viertel (73 Prozent) der Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer ein hohes Maß an Stress aufgrund von Faktoren wie der anhaltenden Pandemie, wirtschaftlichen Sorgen und der Angst vor sozialen Unruhen. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) gab an, unter Burnout-Symptomen zu leiden.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang: Nur eine(r) von drei Beschäftigten weltweit gab an, dass sich ihr / sein Arbeitgeber um ihr / sein Wohlergehen kümmert. Nur 15 Prozent der Befragten in den USA und in Großbritannien geben an, über die vom Arbeitgeber gesponserten Programme zur Stressbewältigung Bescheid zu wissen. Dabei wünschen sich 32 Prozent der Arbeitnehmer, dass ihr Arbeitgeber mehr Ressourcen für psychische Gesundheit anbietet.

Deutsche Arbeitskräfte im Vergleich:

  • Mentale Gesundheit schlechter als erwartet: In Deutschland beklagen 80 Prozent der Beschäftigten ein hohes Maß an Stress, lediglich 41 Prozent schätzen ihre mentale Gesundheit als gut ein. In Deutschland leiden aktuell im globalen Vergleich (34 Prozent) nur 24 Prozent an Burnout. Insgesamt wird das allgemeine Wohlbefinden in den USA positiver eingeschätzt als in Europa. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der US-Beschäftigten bewerteten es als hoch, verglichen mit 44 Prozent in Deutschland, 40 Prozent in UK und 35 Prozent in Frankreich.
  • Arbeitgeberprogramme bekannt aber ungenutzt: Im Gegensatz zu Befragten in den USA und in Großbritannien, wo lediglich 15 Prozent der Befragten über vom Arbeitgeber gesponserte Programme zur Stressbewältigung Bescheid wissen, ist mit 78 Prozent ein Großteil der deutschen Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer über ihr Benefits-Programm informiert, hält es jedoch für wenig attraktiv. Nur ein Drittel (34 Prozent) findet, es mache ihren Arbeitgeber attraktiver für Bewerber. Außerdem bezeugt jeder dritte Deutsche (29 Prozent), dass er nicht genug Zeit hätte, die Angebote seines Arbeitgebers zum mentalen Ausgleich wahrzunehmen.
  • Mehr Unterstützung anbieten: Nur 19 Prozent der deutschen Beschäftigten gaben an, dass ihr Arbeitgeber Änderungen am Arbeitsumfeld vorgenommen hat, um die mentale und emotionale Gesundheit seiner Mitarbeiter zu fördern. Von denjenigen, die arbeitsbedingt Stress erleben, äußert sich dies bei 42 Prozent in einer mangelnden Arbeitsmoral oder Motivation. 58 Prozent leiden unter Schlafproblemen, und 23 Prozent sind krank geworden oder haben sich körperliche Verletzungen zugezogen. Diese Zahlen legen nahe, dass Arbeitgeber handeln und mehr Unterstützung anbieten müssen.
  • Physische Gesundheit stärker fördern: Für 76 Prozent der Deutschen hat die eigene Fitness einen hohen Stellenwert. Und 83 Prozent betonen, dass ihnen gesunde Ernährung wichtig ist. Allerdings gab in der Studie nur jeder vierte Deutsche (26 Prozent) an, dass sein Unternehmen ihn aktiv unterstützt, um seine persönliche Gesundheit und sein Wohlbefinden zu verbessern. Arbeitgeber sollten daher entsprechende Ressourcen und Informationen zur Verfügung stellen und ausgewogene, gesunde Mahlzeiten in der Firmenkantine anbieten.
  • Mehr Freiraum für mentalen Stressabbau: Die deutschen Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer wünschen sich mehr Ausgewogenheit in ihrem Leben, mehr Möglichkeiten zum Stressabbau und mehr Freizeit. So gab die überwiegende Mehrheit der Befragten (86 Prozent) an, dass sie gerne mehr Zeit für die Wahrnehmung eigener Interessen hätte. Arbeitgeber sollten darauf hinwirken, dass sie bei Bedarf entsprechende Maßnahmen wie flexibles Arbeiten, Ruheräume im Büro bereitstellen, um für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen.
  • Geringes Potenzial für die Altersvorsorge: Die Umfrage ergab, dass ein Drittel der deutschen Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer (34 Prozent) nicht genug für den Ruhestand sparen kann, weil ihr derzeitiges Gehalt nur die kurzfristigen Ausgaben deckt. Lediglich etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) leistet derzeit Beiträge in die Altersvorsorge – ein wesentlich geringerer Anteil als in Frankreich und Großbritannien. Zudem hat nur jeder dritte Deutsche eigenen Angaben zufolge das Gefühl, die Kontrolle über seine finanzielle Absicherung zu haben. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter daher bei der Einhaltung von Budgets, beim Sparen für kurzfristige Ausgaben und beim Erreichen längerfristiger Sparziele unterstützen.
  • Zusammenarbeit und soziale Beziehungen fördern: Für mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) haben der Aufbau und die Pflege von Beziehungen im Job Priorität. Aber nur 38 Prozent fühlen sich derzeit mit ihren Mitarbeitern und Kollegen verbunden, was sich zweifellos negativ auf das soziale Wohlbefinden auswirkt. 68 Prozent erwarten, dass ihr Arbeitgeber die Zusammenarbeit und Teamwork aktiv fördert.

Über die Studie

Die Alight International Workforce and Wellbeing Mindset Study 2022 wurde bereits zum zwölften Mal gemeinsam mit der Business Group on Health durchgeführt. Sie zielt darauf ab, die Bedürfnisse, die allgemeinen Erfahrungen, die Kultur und die Gesamtentlohnung der Mitarbeiter in Erfahrung zu bringen. In diesem Jahr fand die Studie erstmals auf internationaler Ebene statt.

Von Februar bis März 2022 befragten die Marktforscher von Kantar mehr als 10.000 Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Weitere Berichte über die Studie werden im Laufe dieses Jahres veröffentlicht.

Um zu sehen, wie deutsche Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer in dieser Studie abschneiden, können Sie die deutsche Länderausgabe der 2022 International Workforce and Wellbeing Mindset Study hier herunterladen.

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