Wie Sie innovatives Denken im Unternehmen verankern

| | ,

- Anzeige -

Kreativzeiten, Innovation Week, Retreat: Rabea Thies, Head of People and Culture bei Meister, beschreibt das richtige Arbeitsumfeld für Innovationsfreude im Unternehmen.

Der langfristige Unternehmenserfolg ist eng damit verknüpft, ob eine Firma in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund müssen interne Denk- und Arbeitsweisen laufend überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Denn ist ein Unternehmen nicht in der Lage, rechtzeitig auf äußere Veränderungen wie beispielsweise die Digitalisierung zu reagieren, droht im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Die jüngere Geschichte liefert dafür zahlreiche Beispiele, doch Kodak gehört sicherlich zu einem der prominentesten. Statt frühzeitig auf den Trend der Digitalkameras aufzuspringen, hielt der Kamerahersteller nämlich an Farbfilmen und analogen Fotokameras fest. Die Folge: Kodak wurde von der Konkurrenz gnadenlos überholt und musste schließlich Insolvenz anmelden.

Damit es Unternehmen gelingt, neue Trends rechtzeitig zu erkennen und sie sichergehen, dass intern innovative Ansätze entstehen können, ist das richtige Arbeitsumfeld zwingende Voraussetzung. Solch ein Umfeld entsteht nicht etwa von allein, sondern Führungskräfte müssen selbst aktiv handeln. Das heißt, sie müssen etwa die Innovationsbemühungen selbst tragen und vorantreiben. Gleichzeitig müssen sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Raum für kreative Ideen geben sowie innovatives Denken und Handeln wertschätzen und fördern.

Aktiv Zeit einräumen, damit Teams sich weiterbilden können

Innovatives Denken fördern durch zeitliche Freiräume

Neues zu entwickeln, setzt nicht nur voraus, dass Firmen die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich verpflichten und genügende finanzielle Mittel bereitstellen. Auch der Faktor Zeit spielt bei der Entwicklung von Innovation eine entscheidende Rolle. Führungskräfte müssen Mitarbeitenden daher genug Freiraum einräumen, damit sie sich losgelöst vom Arbeitsalltag mit Themen beschäftigen können. Etwa, indem beispielsweise zehn Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit zur eigenen Weiterentwicklung eingeräumt wird.

Allerdings reichen in manchen Fällen ein paar Stunden die Woche nicht aus, um sich angemessen mit einem Thema zu beschäftigen oder eine Entwicklung maßgeblich voranzubringen. Warum also nicht eine sogenannte Innovation Week ins Leben rufen, in der Teams intensiver an einer Idee arbeiten können? Wenn sie beispielsweise eine Woche an einem solchen gearbeitet haben, kann Ende der Woche auch das gesamte Unternehmen einbezogen werden: Indem die Erkenntnisse präsentiert und darlegt werden, aber auch jeder die Chance bekommt, Fragen zu stellen. Mit dem Nebeneffekt, dass der offene Austausch die Arbeit anderer Abteilungen greifbarer macht. Er fördert somit auch die Transparenz im Unternehmen und das Verständnis für die Prioritäten in anderen Unternehmensbereichen.

Ganz gleich, ob wöchentlich oder alle paar Monate für eine umfassendere Session: Diese Zeit gehört der einzelnen Person beziehungsweise den jeweiligen Teams und ist losgelöst vom Arbeitsalltag. Durch diese Auszeiten erreichen Firmen, dass sich Teams weiterbilden und kreativ sein können. Gleichzeitig entstehen aber auch Ideen und Innovationen, die Unternehmen auf anderem Wege möglicherweise entgangen wären.

Gemeinsame Zeit stärkt den Teamzusammenhalt

Innovation Week und andere Austauschformate

Eine andere Möglichkeit, um Innovationen zu fördern und die gesamte Firma einzubinden, ist ein Retreat – also eine Auszeit von der gewohnten Umgebung. Der Vorteil etwa einer gemeinsamen Reise mit dem Team ist, dass alle Mitarbeitenden an einem Ort Zeit miteinander verbringen. Folglich bietet sich auch die Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen fernab des Arbeitsalltags kennenzulernen.

Dies hat eine ganze Reihe von positiven Effekten: Die gemeinsame Auszeit stärkt den allgemeinen Teamzusammenhalt, der Blickwinkel verändert sich jenseits des alltäglichen Arbeitsumfeldes und es wird ein Bewusstsein geschaffen für Themen, mit denen sich andere befassen. Zusammengenommen kann dies wie ein Boost für die Motivation des gesamten Teams sein.

Wer einen solchen Retreat organisiert, sollte darauf achten, dass die Kolleginnen und Kollegen gezielt mit anderen Teams oder in anderen Zusammensetzungen an Themenfeldern arbeiten. Das entscheidende Stichwort lautet dabei Knowledge-Sharing, beispielsweise zu aktuellen Herausforderungen oder kommenden Projekten sowie um neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. Denn ein ständiger Ideenfluss und ein guter interner Austausch ist die Basis für Innovation. Daher steht bei einem Firmen-Retreat auch die Kommunikation der Mitarbeitenden untereinander im Vordergrund, aus dem sich bestenfalls Synergieeffekte ergeben.

Ideen wertschätzen – und zwar auf allen Ebenen

Austausch zwischen den Abteilungen

Die Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, egal ob Praktikantin / Praktikant oder Führungskraft, ist der Kernbestandteil von Innovationen. Um ein Arbeitsumfeld zu kreieren, in dem diese entstehen und sich entwickeln können, braucht es eine offene, unterstützende Unternehmenskultur. Sie ist das Fundament, damit sich Mitarbeitende trauen, eine Idee zu teilen.

Darüber hinaus braucht es den Austausch zwischen den unterschiedlichen Abteilungen. Denn Silodenken ist der Feind von Innovation. Wer nämlich nur über seine Themen nachdenkt, bekommt kaum mit, woran die anderen aktuell arbeiten oder mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind. Wer sich hingegen mit anderen austauscht, dem gelingt es leichter, mögliche Schnittstellen zu identifizieren.

Um Kreativität und Innovationen im Unternehmen zu fördern, sollten Führungskräfte zudem genug Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Projekte einzuplanen. Doch gerade Start-ups oder kleine Unternehmen kennen die Herausforderung, dass Teams oft aus wenigen oder sogar nur einer Person bestehen. Dann gilt es, klare Prioritäten zu setzen. Denn sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überarbeitet und können das Tagesgeschäft kaum meistern, mangelt es nicht nur an Zeit. Sondern es fehlt auch die Energie und Lust, sich mit Innovation und neuen Ideen zu beschäftigen.

Photos: ©Twenty20/@1place4you / ©Envato/Prostock-studio / ©Envato/nd3000

Rabea Thies ist Head of People & Culture bei Meister. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Zusammenarbeit in Teams besser zu verstehen und widmet sich der Verringerung von Arbeitsstress und der Verbesserung des Lebens von Mitarbeiter:innen durch Talent-, Führungs- und Organisationsentwicklung bei Meister, eine der führenden Marken für Online-Tools zum gemeinsamen Arbeiten und Brainstormen.

Vorheriger Beitrag

Elternzeit für Väter – Ja, bitte!

Neue Xing App geht an den Start

Folgender Beitrag