HR-Tech 2023: Was HR die Arbeit erleichtern wird

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Welche Neuerungen werden in HR-Tech 2023 eine Rolle spielen? Melanie Wagner, Country Managerin DACH bei HiBob, gibt einen Überblick.

17 Milliarden Dollar – so viel haben Risikokapitalanleger in den vergangenen zwei Jahren in HR-Technologie-Unternehmen investiert. Dieses Vertrauen kommt nicht von ungefähr, hat die Pandemie doch die Digitalisierung beschleunigt und New Work von der Theorie in die Praxis geholt. HR-Tech ist auch im neuen Jahr nicht mehr wegzudenken. Die Hardware- und Software-Lösungen automatisieren die Aufgaben von Personalabteilungen und machen Unternehmerinnen / Unternehmern die Arbeit leichter. Denn diese stehen vor herausfordernden Zeiten.

Einerseits verunsichern weltpolitische und wirtschaftliche Krisen die bisherige Belegschaft. Andererseits ist es wegen des derzeitigen Arbeitnehmermarkts und des akuten Fachkräftemangels immer schwieriger, qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber zu finden und alle seine Mitarbeitenden an das Unternehmen zu binden.

Heute gilt es daher mehr denn je, sich von der Konkurrenz am Markt abzuheben. Insbesondere für Arbeitgebende, die ihre Mitarbeitenden remote oder hybrid beschäftigen, die global und dezentral aufgestellt sind, geht kein Weg an digitalen Tools vorbei: vom Onboarding und der Verwaltung der Stamm- und Unternehmensdaten über das Talentmanagement bis hin zum Offboarding. Die richtigen HR-Tech-Anbietenden stärken mit ihren Tools die Unternehmenskultur und fördern so die Mitarbeiterbindung. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Neuerungen werden im Personalwesen und in HR-Tech 2023 relevant?

Personalplanung: Auf digitalem Dienstweg

Unternehmen können papierlosen Prozessen nicht mehr ausweichen. HR-Tools müssen heutzutage in der Lage sein, den Mitarbeitenden Self-Service-Solutions zu ermöglichen. Beschäftigte sollten zum Beispiel Abwesenheitsanträge ganz einfach digital einreichen können. Das spart beiderseits Zeit. Auch sollte es möglich sein, dass Mitarbeitende ihre Stammdaten selbst bearbeiten können, wenn sie beispielsweise nach einer Lebensveränderung einen anderen Nachnamen tragen oder sie ihre Bankverbindung wechseln.

Für das Management sollten die wichtigen Mitarbeiterinformationen jederzeit für die Steuerung und Zusammenarbeit abzurufen sein. Denn bei der Verwendung von HR-Tech kann ein entscheidender Vorteil nicht vergessen werden: die unglaubliche Fülle an Daten – KI-gestützt oder nicht. HR-Tech ermöglicht die Analyse der Personal- und Stammdaten, die sogenannte Mitarbeiteranalyse (People Analytics). Richtig genutzt, ergibt sich so ein Bild von der bestehenden Unternehmenskultur, den Sorgen und Ängsten sowie den Bedarfen der Mitarbeitenden. Das Management kann bei Problemen früher reagieren und die HR-Strategie anpassen.

Diversitätsmanagement: Krisenfest durch mehr Vielfalt

Unternehmen, die sich in Sachen Diversität, Inklusion und Gleichstellung engagieren, gehen deutlich stabiler durch Krisen als andere. HR-Tech kann ihnen dabei helfen. Sie ermöglicht es, wichtige Personalkennzahlen einfacher zugänglich und überschaubarer zu machen, sodass HR-Verantwortliche eine auf Daten gestützte Diversitätsstrategie entwickeln und umsetzen können. Darauf aufbauend können das Onboarding individualisiert gestaltet oder Initiativen wie Schulungen und Gespräche mit Führungskräften definiert werden. HR-Tools wirken daran mit, dass sich Mitarbeitende wertgeschätzt fühlen, wenn sie ihre eigenen geschlechtsspezifischen Pronomen und sprachlichen Präferenzen festlegen können. Diversität sollte so erlebbar werden – für die Personalabteilung wie für die Mitarbeitenden.

HR-Tech 2023: Transparenz und Kommunikation fördern

Nicht nur in unsicheren Fahrwassern ist es wichtig, dass Arbeitgebende transparent kommunizieren. Ein offener Einblick in die HR-Systeme garantiert eine faire Behandlung aller und weniger Konflikte am Arbeitsplatz. HR-Tools bieten Mitarbeitenden auch die Möglichkeit, ihre Karriereplanung selbst zu gestalten. Sie können ihre Ziele sowie Leistungsbeurteilungen direkt einsehen. Durch HR-Plattformen können Unternehmen mit regelmäßigen, digitalen Umfragen unter ihren Angestellten deren Stimmung einfangen und ihre HR-Strategie entsprechend adaptieren.

Mitarbeiterbindung: Flexibel, aber miteinander verbunden

Obwohl einige Firmen damit liebäugeln, nach Corona die Office-Pflicht wieder einzuführen, wird das Gros der Angestellten die Uhr nicht in die Prä-Pandemie-Zeit zurückdrehen wollen. Wer seinen Arbeitnehmenden kein flexibles Arbeiten ermöglicht, wird sie verlieren. Es zeichnete sich bereits in den vergangenen Jahren ab, dass Flexibilität, New Work, Work-Life- Balance und mentale Gesundheit die Arbeitswelt der Zukunft bestimmen werden.

HR-Tech kann genau hierauf einzahlen, wenn sie es zulässt, orts- und zeitunabhängig von überall auf der Welt zu arbeiten – zum Beispiel auf Workation. Managerinnen und Manager sollten mittels der HR-Plattform zudem einsehen können, wie ausgelastet ihre Mitarbeitenden sind und wo Ressourcen geschont werden können.

Bei der Etablierung von HR-Lösungen sollte die neue Generation auf dem Arbeitsmarkt nicht aus dem Blick verloren werden. Nicht nur, weil sie in der digitalen Welt groß geworden ist und täglich leicht bedienbare Apps wie Instagram und TikTok nutzt, sondern weil sie mit ihren Bedürfnissen unsere heutige Arbeitswelt in Frage stellt.

Die von HiBob beauftragte „Young Generation in Tech“-Studie hat ergeben, dass jungen Arbeitnehmenden Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in ihren Unternehmen fehlen. Sie wünschen sich langfristige Beschäftigungsverhältnisse und wollen ihre Kompetenzen erweitern. HR-Tech, die interne und externe Weiterbildung anbietet, sich mit der HR-Plattform des Unternehmens verknüpfen lässt und Inhalte jederzeit abrufbar macht, sollte 2023 selbstverständlich sein. Das gilt auch für Weiterbildungsformate zur Führungskräfteentwicklung.

Es ist davon auszugehen, dass auch im Jahr 2023 weltpolitische Krisen und wirtschaftliche Unsicherheiten das Personalmanagement prägen werden. Mitarbeiterbindung wird im Wesentlichen durch eine ausgeprägte und positive Unternehmenskultur und eine starke Arbeitgebermarke geschaffen. HR-Tech, die die Bedarfe der Mitarbeitenden, der Managerinnen / Manager und der Personalverantwortlichen erfüllt und zur Mitarbeiterbindung beiträgt, kann Unternehmen in solchen Krisenzeiten unterstützen.

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Melanie Wagner (38) führt als Country Managerin DACH die regionalen Geschäfte des israelischen HR- Software-Unternehmens HiBob in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist seit 2022 unter anderem für die Marktpräsenz und -strategie des Unternehmens und seiner HR- Plattform Bob sowie den Vertrieb und die Vermarktung in der Region zuständig. Zudem koordiniert sie die Zusammenarbeit mit weiteren globalen Niederlassungen von HiBob.

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