HR-Stellen: Personalentwicklung gewinnt, Employer Branding verliert

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Starkes Plus bei Personalentwicklern / Talentmanagern, deutliches Minus bei Employer Branding-Fachkräften. HR-Stellen werden wieder vermehrt ausgeschrieben, so der Hays Fachkräfte-Index HR.

Es ist der erste Anstieg seit 4 Quartalen: Der Hays-Fachkräfte-Index HR kletterte im 1. Quartal 2023 gegenüber dem Vorquartal um 18 Prozentpunkte auf 279 Prozent. Er liegt damit auf einem sehr hohen absoluten Niveau, wenn auch 59 Prozentpunkte unter dem Vorjahresquartal, in dem der Ukraine-Krieg begann und dessen wirtschaftliche Folgen auch zu einer Abschwächung des Stellenmarktes führte.

Grafik HR-Stellen Q1 2023
© Hays, 2023

Die Zahl der Stellenausschreibungen stieg im 1. Quartal 2023 verglichen mit dem Vorquartal fast ausnahmslos bei allen untersuchten HR-Stellen. Am stärksten legten die Index-Werte bei Personalentwicklern / Talentmanagern (+37 Prozentpunkte auf 200 Prozent), gefolgt von Personalreferenten (+29 Prozentpunkte auf 184 Prozent) zu. Rückläufig war nur der Bedarf an Managern für das Employer Branding (–29 Prozentpunkte auf 357 Prozent). Überdurchschnittlich stark gesucht sind aktuell weiter HR Business Partner, wie der hohe Index-Wert von 629 Prozent zeigt.

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Bei den analysierten Branchen ergibt sich im 1. Quartal 2023 gegenüber dem Vorquartal ein ähnliches Bild: Die meisten schrieben mehr HR-Stellen aus. Besonders deutliche Anstiege gab es bei der öffentlichen Verwaltung (+36 Prozentpunkte auf 405 %) und bei Personaldienstleistern (+34 Prozentpunkte auf 257 %). Dagegen sank der Index-Wert der IT-Branche (–17 Prozentpunkte auf 191 %) und der Index-Wert von Finanz- und Versicherungsdienstleistern stagnierte (–3 Prozentpunkte auf 215 %).

Gegenüber dem Vorjahresquartal ging der Index-Wert bei der Mehrzahl der untersuchten HR-Stellen zurück. Die stärksten Rückgänge gab es bei Recruitern (–207 Prozentpunkte auf 410 Prozent), wenn auch weiterhin auf hohem absolutem Niveau, und bei HR-Managern (–58 Prozentpunkte auf 199 Prozent). Der sinkende Bedarf an Recruitern ist wohl auch der vorsichtigeren Stellenpolitik von Unternehmen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten geschuldet.

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Einen steigenden Index-Wert gab es nur bei Personalentwicklern / Talentmanagern (+21 Prozentpunkte auf 200 Prozent), der bei Personalreferenten stagnierte (+2 Prozentpunkte auf 184 Prozent). Auch in der Mehrzahl der untersuchten Branchen war der Bedarf rückläufig, am deutlichsten in der IT-Branche (–226 Prozentpunkte auf 191 Prozent) und im Handel (–179 Prozentpunkte auf 213 Prozent). Die stärksten Zuwächse gab es in der öffentlichen Verwaltung (+179 Prozentpunkte auf 405 Prozent).

Grafik Hays-Fachkräfte-Index HR QI 2023
© Hays, 2023

Der Hays-Fachkräfte-Index HR basiert auf einer quartalsweisen Auswertung der index Internet und Mediaforschung GmbH für Hays. Einbezogen werden Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, von Tageszeitungen sowie dem Business-Netzwerk Xing. Der Fachkräfte-Index zeigt die prozentuale Veränderung zum Ausgangswert vom 1. Quartal 2015 an. Sämtliche Positionsbezeichnungen gelten grundsätzlich für alle Geschlechter.

Anmerkung: Alle Angaben in „Prozent“ beziehen sich auf den Referenzwert 0 im Jahr 2015. „Prozentpunkte“ beziehen sich auf die Veränderung zu einem anderen Erhebungsquartal, siehe unten auch „Hinweis zum Verständnis der Prozentangaben“.

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