HR in die Unternehmensstrategie einbinden

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Die Bedeutung von HR wird zukünftig weiter zunehmen, so die Überzeugung von Führungskräften. Was sie aber meist nicht dazu bewegt, HR in die Unternehmensstrategie einzubinden – so eine Studie von Personio. Hier ist ein Umdenken auf beiden Seiten gefragt – und veränderte Rahmenbedingungen.

Fachkräftemangel, Quiet Quitting, Wertewandel: HR ist seit Jahren in einer Permakrise. Personalthemen haben in Unternehmen entsprechend deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen; im gleichen Zuge steigen die Anforderungen der Geschäftsführung und der Mitarbeitenden an HR-Teams.

Dennoch wird HR nach wie vor kaum in die Unternehmensstrategie eingebunden. Zudem verfügt die Personalabteilung häufig noch nicht über das nötige Werkzeug, um ihr Potential voll auszuspielen und Zukunftsthemen proaktiv anzupacken. Das ist das Ergebnis einer Studie von Personio, bei der 1000 HR-Managerinnen / -Manager und 500 C-Level-Führungskräfte aus Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitenden aus der DACH-Region befragt wurden.

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66 Prozent der Führungskräfte sind der Ansicht, dass die Bedeutung von HR in Zukunft weiter zunimmt. 34 Prozent wünschen sich HR als strategischen Partner. Da HR-Abteilungen allerdings häufig nur sporadisch in die Unternehmensstrategie eingebunden werden und oft mit repetitiven und reaktiven Aufgaben betraut sind, fällt es schwer, strategische Ziele tatsächlich zu adressieren. So geben 69 Prozent der HR-Teams an, dass administrative Aufgaben sie von der Arbeit an strategischen Themen abhalten. Es muss also ein Umdenken stattfinden: Unternehmen sind gut beraten, neue Strukturen zu schaffen und die bisherige Form der Zusammenarbeit auf den Prüfstand zu stellen.

Die “Sprache” der Geschäftsleitung sprechen

Im ersten Schritt gilt es, hierfür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Geschäftsleitung und HR müssen ein vertieftes Verständnis für die Themen und Prioritäten der jeweils anderen Position gewinnen. Vor allem aber sollte die Geschäftsleitung HR aktiv in strategische Entscheidungen einbeziehen und mehr Ressourcen für eine zukunftsgerichtete Personalarbeit zur Verfügung stellen. Allerdings geben rund 47 Prozent der befragten C-Level-Führungskräfte zu, gar nicht genau zu wissen, wie sie ihr HR-Team effektiv und strategisch einsetzen könnten.

Zu einer strategischeren Personalarbeit gehören auch digitale Technologien, die datenbasierte Entscheidungen ermöglichen: Laut 71 Prozent der befragten C-Level-Führungskräfte sind Kennzahlen und Metriken wichtig, die zeigen, wie die HR-Abteilung auf die Geschäftsziele einzahlt. Digitale Lösungen helfen, diese bereitzustellen.

Ein HR-Team, das datengestützte Vorschläge zur Steigerung von Einsatz und Produktivität der Belegschaft einbringt, spricht viel eher die “Sprache” der Geschäftsleitung; und sorgt dafür, einen gemeinsamen Standpunkt zu entwickeln, der im gesamten Unternehmen geteilt wird. HR-Teams profitieren von der Digitalisierung sogar doppelt: Durch die Automatisierung wiederkehrender, administrativer Aufgaben werden sie unterstützt und können sich stärker strategischeren Themen widmen – beispielsweise, um eine moderne und nachhaltige Unternehmenskultur zu etablieren oder sich um die Bedürfnisse und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter:innen zu kümmern.

Bei künstlicher Intelligenz am Ball bleiben

Eine wesentliche Rolle in diesem Kontext spielt zudem die künstliche Intelligenz (KI): Sie kann und soll zwar keine persönlichen Mitarbeitergespräche ersetzen, wird aber zukünftig auch die Personalarbeit signifikant verändern. Davon sind zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten aus dem C-Level überzeugt. Da das Thema gerade jetzt erst an Fahrt gewinnt, sind unternehmensweite Weiterbildungen eminent wichtig. Knapp 75 Prozent der befragten Unternehmensentscheiderinnen / -Entscheider geben an, dass HR-Abteilungen sich beim Thema KI weiter einarbeiten müssen, um am Puls der Zeit zu bleiben. Das betrifft jedoch keinesfalls nur KI: 58 Prozent der befragten C-Level-Entscheider haben derzeit nicht das Gefühl, dass ihr HR-Team über die erforderlichen technischen und analytischen Fähigkeiten verfügt, um mit der digitalen Transformation Schritt zu halten.

Über die Studie

Die Untersuchung wurde im Auftrag von Personio von Censuswide zwischen dem 28. März und dem 4. April 2023 durchgeführt. Befragt wurden:

  • 4.516 HR-Managerinnen / -Manager in Unternehmen mit 10 bis 2.000 Mitarbeitenden in den folgenden Ländern: Vereinigtes Königreich & Irland (1007), DACH (1000), Spanien (500), Niederlande (504), Finnland (502), Italien (500) und Schweden (504).
  • 2.205 Führungskräfte auf C-Level in Unternehmen mit 10 bis 2.000 Mitarbeitenden in den folgenden Ländern: Vereinigtes Königreich & Irland (500), DACH (500), Spanien (250), Niederlande (250), Finnland (250), Italien (250) und Schweden (250).

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