Gefragt: Sicherer Job plus Homeoffice

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Jobsuchende wünschen sich Sicherheit bei gleichzeitiger Flexibilität. Eine Studie der New Work SE zeigt, wie sich die Prioritäten in der Pandemie verändert haben.

Wie sieht die Personalsuche im New Normal aus? Und was ist Talenten bei der Bewerbung wichtig? Anlässlich der Zukunft Personal Reconnect zeigt eine neue Studie, beauftragt von XING E-Recruiting, kununu und Prescreen (Marken der New Work SE), auf welche Veränderungen im Arbeitsmarkt sich Recruiter nach der Pandemie einstellen müssen. Klar ist: Viele Jobsuchende erwarten die Möglichkeit, auch nach Corona Remote zu arbeiten.

Fast jeder dritte Befragte schließt es dabei in Zukunft aus, in einem Unternehmen zu arbeiten, das kein Homeoffice ermöglicht (29 Prozent). Dabei sind eine angenehme Arbeitsatmosphäre, flexible Arbeitszeiten und eine gute Work-Life-Balance weiterhin die wichtigsten „weichen“ Kriterien von Jobsuchenden, wenn es um die Wahl eines neuen Arbeitgebers geht. Stark gestiegen ist in der Corona-Zeit das Bedürfnis nach Jobsicherheit und mit 43 Prozent zum zweitwichtigsten Faktor nach dem Gehalt (59 Prozent) geworden. Dahinter verbirgt sich ein zentrales Learning für HR-Abteilungen, die die Relevanz des Faktors Arbeitsplatzsicherheit derzeit unterschätzen. So bewerten diesen nur 27 Prozent der befragten HRler als relevant.

Chancen für Arbeitgeber im ländlichen Raum

Dagegen hat ein vor der Pandemie oft ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl eines neuen Arbeitsgebers, nämlich der Unternehmensstandort, an Bedeutung verloren: So würden rund 60 Prozent der befragten Talente auch für Unternehmen arbeiten, die sich in abgelegenen Regionen befinden, wenn es das vollständige Arbeiten vom Homeoffice aus ermöglichen würde. Damit eröffnen sich gerade für Branchen, die unter Fachkräftemangel leiden, neue Perspektiven im War for Talents.

Bedürfnis nach Flexibilität gestiegen

Insgesamt hat auch das Bedürfnis nach Flexibilität zugenommen. 45 Prozent der Jobsuchenden geben an, nicht in einem Unternehmen arbeiten zu wollen, das keine flexiblen Arbeitszeiten ermöglicht.

Xenia Meuser

„Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen, dass flexible Arbeitsmodelle kein Nice-to-have mehr sind, sondern ein Need-to-have. Das wird auch die Arbeit der Personalbereiche verändern“, sagt Xenia Meuser, Senior Vice President Attract & Retain, Brand & Marketing von XING E-Recruiting. Dementsprechend haben Fragen nach Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten bei Bewerbungsgesprächen deutlich zugenommen. „Gleichzeitig sehnen sich viele Beschäftigte nach einem Alltag mit Kollegen im Büro. Wir werden uns darauf einstellen müssen, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Beschäftigten viel besser zu verstehen und Arbeitsplätze nach ihren Bedingungen zu gestalten.“

In Zukunft spielt für viele Talente dabei die passende Unternehmenskultur eine wichtige Rolle, um zu entscheiden, ob sie sich bei einem Unternehmen bewerben oder nicht. So gibt jeder Zweite an (52 Prozent), dass ein Unternehmen ohne transparente Unternehmenskultur für ihn nicht in Frage käme – und 74 Prozent sagen, dass ein positives Arbeitgeberimage ein ausschlaggebendes Kriterium für eine Bewerbung sei.

Über die Studie:

Für die Studie „Werte im Wandel: Recruiting im New Normal“ wurden 313 Mitarbeitende und 105 HR-Profis in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden anonym befragt. Die Studie wurde in Kooperation mit der Innovationsberatung Facts and Stories und dem Marktforschungsinstitut Innofact AG im August 2021 durchgeführt.

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