Tipps für eine erfolgreiche digitale Personalentwicklung

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Die Lernreise muss Spaß machen. Mit diesen und weiteren Tipps will Philip Schwidetzki, Geschäftsführer von troodi, HR erleichtern, eine erfolgreiche digitale Personalentwicklung einzuführen.

Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten und lernen. Hybride Arbeitsumgebungen werden zum „New Normal“ und Unternehmen wollen das enorme Potenzial nutzen, das in digitalen und hybriden Personalentwicklungsmaßnahmen liegt. Viele digitale Personalentwicklungsmaßnahmen scheitern jedoch, was sich in einem geringen Engagement der Lernenden und an niedrigen Abschlussquoten bemerkbar macht. Doch woran liegt das?

Oftmals werden Mitarbeitenden umfangreiche Lernangebote zur Verfügung gestellt, ohne sie bei der Auswahl der geeigneten Inhalte zu unterstützen. Es fehlt an Orientierung. Die ständige Verfügbarkeit von digitalen Lösungen bietet viele Chancen, ist aber gleichzeitig auch eine Herausforderung – bei hoher Arbeitsdichte und -intensität wird das individuelle Lernen oft depriorisiert. Digitalen Lernlösungen mangelt es an Verbindlichkeit und Commitment seitens der Lernenden. Zudem wird oft die Bedeutung der organisationalen Rahmenbedingungen für das Lernen unterschätzt. Digitales Lernen bedarf einer guten Kommunikation und Einbettung der Lernangebote in die interne Kommunikation der Organisation.

Grafik Digitale Personalentwicklung
©troodi/Vanessa Chodak

Acht Tipps: Digitale Personalentwicklungsmaßnahmen

Basierend auf einer Vielzahl von Projekten im Bereich der digitalen und hybriden Personalentwicklung haben wir verschiedene Variablen identifiziert, die digitales (Selbst-)Lernen erfolgreich machen. Die folgenden acht Tipps sollen Ihnen dabei helfen, digitale Personalentwicklungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen und eine entsprechende Kultur in Ihrer Organisation zu etablieren.

Tipp 1: Bedürfnisse der Lernenden identifizieren und verstehen

Die Lernmotivation ist wesentlich höher, wenn Lernende ein persönlich relevantes und möglichst konkretes Ziel verfolgen. Um das bei Mitarbeitenden zu erreichen, ist es empfehlenswert, sie bei der Definition ihrer individuellen Lernziele zu unterstützen. Digitales Lernen ist keine Einheitslösung – die Auswahl des Lernangebots sollte ganz individuell auf Grundlage einer Kompetenzeinschätzung des Einzelnen geschehen.

Tipp 2: Inhalte, die begeistern

Beim digitalen Lernen geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen. Es geht darum, die Lernenden dazu zu bringen, über die Themen nachzudenken und sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Dafür muss die Lernreise Spaß machen! Das beginnt bei der Qualität der Inhalte. Wichtig ist auch die Art und Weise, wie sie vermittelt werden: Der Einsatz verschiedener Medien und die Einbeziehung unterschiedlicher Formen der Interaktion fördert die Motivation der Lernenden.

Tipp 3: Für attraktive Lernbedingungen sorgen

Ein fast offensichtlicher, aber gern vernachlässigter Punkt sind die technischen Voraussetzungen. Die Sicherstellung von funktionierender Hardware und einer stabilen Internetverbindung ist unumgänglich. Genauso wichtig sind organisationalen Rahmenbedingungen: Wie wird die Lernzeit definiert? Freizeit oder Arbeitszeit? Können Lernende ihre Lernzeit gegenüber anderen Verpflichtungen verteidigen und fest einplanen?

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©troodi/Vanessa Chodak

Tipp 4: Digitales Lernen mit dem Arbeitsalltag verknüpfen

Es mag verlockend sein, in digitalen Lernprojekten die gesamte Verantwortung für den Lernerfolg an die Lernenden selbst zu übertragen. Aber das ist nicht das, was wir unter Eigenverantwortung verstehen. Nach unserem Verständnis brauchen digitale Lernansätze mindestens genauso intensive Begleitmaßnahmen wie analoges Lernen. Unsere Erfahrung zeigt uns, dass es nicht nur wichtig ist, die Lernenden, sondern auch ihr soziales System in den Lernprozess miteinzubeziehen.

Tipp 5: Anleitung und Orientierung geben sowie motivierende Strukturen schaffen

Nicht nur die einzelnen Lerninhalte brauchen eine klare Struktur, sondern auch die gesamte Lernreise. Unserer Erfahrung nach muss ein erfolgreiches digitales Lernprojekt die Balance zwischen Eigenverantwortung und Anleitung finden. Dazu gehört eine vordefinierte Struktur mit klaren Zeitplänen und Meilensteinen. Außerdem ist es hilfreich, eine hohe Anzahl von Berührungspunkten mit den Lernenden zu schaffen – zum Beispiel durch E-Mail, Slack oder MS-Teams Kommunikation.

Tipp 6: Soziale Strukturen nutzen

Ein Gefühl der sozialen Zugehörigkeit erhöht die Motivation und die Volition. Diese kann zum Beispiel durch kohortenbasiertes Lernen, die Bildung von Peer-Groups und Lerntandems sowie die Ergänzung des Selbstlernens um Präsenzveranstaltungen erhöht werden. Ein Gefühl der Zugehörigkeit und der sozialen Verpflichtung kann den Willen der Lernenden stärken und sie dazu bringen, ihre Lernreise fortzusetzen, auch wenn sie mit Herausforderungen konfrontiert werden.

Tipp 7: Daten analysieren und interpretieren

Durch gezielte Datenanalysen können Sie schon während des Projekts wertvolle Maßnahmen ableiten. Durch Analyse des individuellen Lernfortschritts können passgenaue Maßnahmen umgesetzt werden und basierend auf dem Feedback der Teilnehmenden können die Lerninhalte und die interne Kommunikation angepasst und optimiert werden.

Grafik Vereinbarungen treffen
©troodi/Vanessa Chodak

Tipp 8: Digitales Lernen als Change-Prozess verstehen

Die Einführung von digitalem Lernen bedeutet oftmals eine Veränderung und muss auch als solche anerkannt werden. Für eine erfolgreiche Umsetzung von Veränderungen braucht es Vorbilder, eine proaktive Kommunikation und Erfolgsgeschichten. Bei der Planung aller Maßnahmen ist es wichtig, den Reifegrad des digitalen Lernens der Organisation zu berücksichtigen. Je höher der Reifegrad ist, desto weniger unterstützende Maßnahmen sind erforderlich (und umgekehrt).

Digitale Personalentwicklung – Fazit:

Digitales Lernen birgt viele Potenziale für die Personal- und Organisationsentwicklung. Doch um diese Potenziale nutzen zu können, braucht es bestimmte Rahmenbedingungen. Die acht hier vorgestellten Tipps können dabei helfen, die Weichen für nachhaltig erfolgreiches, digitales Lernen zu stellen. Sie sind jedoch kein Blueprint, sondern eher eine Sammlung von Best-Practices. Einige Empfehlungen werden perfekt für Ihr Unternehmen funktionieren, während andere wenig oder gar keine Wirkung haben. Jede Organisation ist anders und muss ihren eigenen Weg finden, um digitales Lernen für sich zu lösen.

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Philip Schwidetzki hat über 10 Jahre Erfahrung als Trainer, Berater und Coach und war lange Zeit bei der Unternehmensberatung Contract tätig. Seit 2020 ist er Gründer und Geschäftsführer von troodi – einem Anbieter für praxisnahe E-Learning Lösungen und hybride Entwicklungspfade in der Personal- und Organisationsentwicklung. Sein akademischer Hintergrund liegt in der Sozialwissenschaft. Foto: ©troodi/Timo Brings

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