Durch Challenges bei gefragten Kräften präsent sein

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Tausende Coder und Kreative zieht es jährlich zu den Reply Challenges. Was bringt das dem Unternehmen? Thomas Hartmann, Vorstand der Reply AG, im Interview.

Bereits seit Jahren veranstaltet der IT-Dienstleister Reply jährlich mehrere Online-Nachwuchswettbewerbe. Tausende Studenten und Young Professionals, Kreative, Technologie-Enthusiasten und Experten-Teams weltweit erarbeiten kreative, digitale Lösungen (Creative Challenge), meistern Herausforderungen im Coding (Code Challenge) und erstellen Sicherheitskonzepte (Cyber Security Challenge). Das HR JOURNAL hat mit Thomas Hartmann, Vorstand der Reply AG, über die Ziele und seine Bilanz der Challenges gesprochen.

Reply lobt mittlerweile fünf Challenges aus, für Professionals, Studierende und teilweise auch für Schülerinnen und Schüler. Wie hat das Unternehmen zu diesem Modell der Nachwuchsförderung gefunden? Und was sind die Ziele?

Thomas Hartmann: Die Reply Challenges sind Online-Wettbewerbe für junge Talente, Technologie-Enthusiasten und Kreative. Das Potenzial des einzelnen und der Teams werden dabei auf die Probe gestellt. Spannende Herausforderungen, Einblicke in die Praxis, Preise und ein Wettbewerbs-Feeling runden das Konzept ab. Auch Business-Kontakte werden geknüpft: Beispielsweise hat die Gewinnerin der Reply Creative Challenge 2019 nach dem Wettbewerb ihre berufliche Karriere bei Reply gestartet. Das Format findet großen Anklang, wie die Teilnehmerzahlen und die kreativen Lösungen der Teams zeigen.

Nur wenige Unternehmen bieten Teenagern, Studenten und „Geeks“ speziell entwickelte Online-Wettbewerbe, die thematisch so breit aufgestellt sind. Nach den bereits erfolgreich etablierten Challenges zu den Themen Programmieren, Cyber Security und digitale Kreativität gab es in diesem Frühjahr erstmals einen Wettbewerb, der sich Themen aus der Finanzbranche widmete. Die Challenges sollen die Begeisterung für Technologie, Kreativität sowie Wirtschaftsthemen wecken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf den jüngeren Generationen. So gibt es die Reply Code Challenge auch in einer speziellen „Teen-Edition“, um junge Menschen spielerisch an neue Technologien heranzuführen. Weiterhin organisiert Reply die Initiative „Reply Code For Kids“, die Kindern im Alter zwischen fünf und 17 Jahren mithilfe altersgerechter Aktivitäten Themen wie Elektronik, Robotik und Programmieren näherbringt und damit schon früh Interesse an der Kunst des Programmierens weckt.

Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Sie in diesem Jahr verzeichnen?

Thomas Hartmann: Die Reply Challenges befinden sich auf einem stetigen Wachstumskurs und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In 2020 verzeichnete die Code Challenge über 20.000 Teilnehmer aus 96 Ländern weltweit. An der ersten Ausgabe der Investment Challenge nahmen in diesem Jahr 8.500 Studenten aus ganz Europa teil. Die Creative Challenge konnte im Jahr 2020 6.200 Talente (ein Plus von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) aus 70 Ländern vereinen. Mehr als 10.000 neue Benutzer haben sich im Laufe des Cybersecurity-Monats Oktober auf der Plattform registriert und an der Cybersecurity Challenge teilgenommen.

Cyber Security Challenge

Alle Challenges wurden bereits vor der Pandemie komplett per remote ausgetragen. Also alles kein Problem? Was war in 2020 anders als in den Vorjahren?

Thomas Hartmann: Die diesjährige Reply Creative Challenge war auch thematisch von der COVID-19-Pandemie geprägt. So standen Strategien für die Verbraucheransprache im Mittelpunkt. Bei der Entwicklung der Projekte nahmen die Teilnehmer Bezug auf die Ereignisse der letzten Monate: Zahlreiche Vorschläge konzentrierten sich darauf, wie Unternehmen den „Restart“ nach der ersten COVID-19 Welle meistern können. Auch organisatorisch mussten sich die Teams beim Brainstorming, der Konzept- und Ideenentwicklung in diesem Jahr ausschließlich über digitale Kanäle abstimmen. Das war mitunter aufwändiger als in den Jahren zuvor. Die erstmals auf Facebook und YouTube live übertragenen Abschlusspräsentationen waren der gelungene Ersatz für die sonst übliche Präsentation während eines international organisierten, physischen Reply Events.

Wie lautet denn die Bilanz der Wettbewerbe? Welche positiven Effekte haben sich für Reply ergeben?

Thomas Hartmann: Die Bilanz ist sehr positiv: So hat die Reply Code Challenge in diesem Jahr – neben der hohen Teilnehmerzahl – mit über 21.000 eingereichten Lösungen ein Rekordergebnis erreicht. In beiden Gewinnerteams (Teen und Standard Edition) sind Coder, die bereits bei anderen prestigeträchtigen internationalen Code Challenges und der Mathematik-Olympiade punkteten. Insgesamt konnten die Reply Code Challenges seit ihrer Gründung mehr als 67.000 Teilnehmer aus über 150 Ländern weltweit verzeichnen. Für uns zeigen die Zahlen, wie beliebt dieses Format ist. Die Challenges gibt es übrigens auch als interne Variante, nur für Reply Mitarbeiter. Dies fördert den internationalen Austausch und den Zusammenhalt im Team.

Da sich die Jury der Reply Creative Challenge aus Kunden und „Replyern“ zusammensetzt, lässt sich auch hier ein positiver Effekt erkennen: Viele spannende Prototypen und kreative Lösungen, die außerhalb konkret beauftragter Projekte entstanden sind, werden dem Kunden auf diesem Weg präsentiert – von Conversational Interfaces wie Alexa-Skills bis zu 3D-Animationen, intelligenten Dashboards und digitalen Kampagnen. Das stärkt wiederum die Beziehung zu unseren Auftraggebern.

Welche Bereiche/Abteilungen bei Reply sind bei der Planung und Umsetzung beteiligt? Welche Rolle hat HR in diesem Zusammenhang?

Thomas Hartmann: Ein komplexes Projekt wie die Umsetzung einer internationalen Challenge erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche. Innerhalb von Reply übernimmt ein international agierendes Team die Durchführung und Organisation aller Challenges. Das Team setzt sich funktionsübergreifend zusammen und umfasst neben HR eine Gruppe von Reply Experten, welche beispielsweise die Aufgabenstellungen der Reply Challenges entwickeln.

Cyber Security Challenge

Auf der Webseite der Challenges schreiben Sie „die Reply-Challenges fügen sich in das umfangreiche Programm von Replys Initiativen zur Förderung der Kultur der neuesten Technologien ein“. Was unternehmen Sie sonst noch, um diese Kultur zu fördern?

Thomas Hartmann: Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind uns wichtig. Sie werden über unser weltweites Social Intranet koordiniert. Zu den Maßnahmen zählen beispielsweise auch Hackathons und Labcamps zu unterschiedlichen Themengebieten – von Projektmanagement bis hin zu innovativen Tech-Themen. Hochschulwettbewerbe wie der „Reply Student Tech Clash“ und Kooperationen mit Universitäten gehören ebenfalls zum Programm. Auch die „Reply Xchange“ ist Teil dieses Konzepts: Reply Mitarbeiter präsentieren jährlich an mehreren Standorten Innovationen und Technologietrends des internationalen Netzwerks, die bereits bei Kunden im Einsatz sind oder sich in Entwicklung befinden.

Fast alle Reply Offices haben Kreativ-Labs mit der entsprechenden Ausstattung, um analog wie digital zu experimentieren. Diese können Mitarbeiter auch außerhalb des Kundengeschäfts nutzen. Der Besuch von (Digital-) Veranstaltungen zu inspirierenden Themen und die anschließende Präsentation selbiger ist willkommen. Deshalb bieten wir bei Reply ein Weiterbildungsmodell von Mitarbeitern für Mitarbeiter mit Incentivierungs-Programm an: Wer Workshops oder Vorträge für andere Mitarbeiter hält, sammelt dafür Punkte und kann diese wiederum für Online-Schulungen oder Fortbildungen je nach Interesse einsetzen.

„Reply investiert viel in die Erforschung von Talenten und kontinuierliches Lernen“ schreiben Sie ebenfalls. Sie wollen „jungen Menschen neue, vollständig digitale Lernmethoden vermitteln“. Wie sieht kontinuierliches Lernen bei Reply aus?

Thomas Hartmann: Digitale Transformation steht ganz oben auf der Prioritätenliste vieler Unternehmen. Ohne Investitionen in neue Technologien, in Prozesse und qualifizierte Mitarbeiter lässt sich der Wandel jedoch nicht realisieren. Als Thought Leader für neue Technologien und IT-Konzepte wie beispielsweise Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Internet of Things, Cloud Computing, Cyber Security und Quantum Computing sind für Reply die Förderung von Talenten, der Wissenstransfer und lebenslanges Lernen wesentliche Erfolgsfaktoren. Nach dem Berufseinstieg gibt es daher zahlreiche Möglichkeiten, spannende Kundenprojekte oder eigene Herzensprojekte umzusetzen. Beispielsweise wenn es darum geht, mit Technologien zu experimentieren. Dies kann in den länderübergreifenden Reply Practices erfolgen: Die Practices erforschen neue Lösungen zu Innovationsthemen mit hoher Geschäftsrelevanz für unsere Kunden.

Das Interview führte Helge Weinberg, Herausgeber HR JOURNAL.

Dr. Thomas Hartmann ist Vorstand der Reply AG. In dieser Funktion analysiert und adaptiert er permanent neue Trends sowie Marktentwicklungen für das international tätige Reply Netzwerk in Deutschland. Er verfügt über langjährige Expertise in den Bereichen Cloud, Customer Experience, Big Data und IoT. Sein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von Wachstumsstrategien, digitalen Transformationsprojekten in allen Industriebranchen sowie der Betreuung und des Ausbaus des Reply Netzwerks.

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