Deutschland hinkt beim Thema Diversity hinterher

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Eine Studie zeigt: Deutsche Unternehmen haben noch Nachholbedarf, wenn es um Diversity im Recruiting geht.

Was zeichnet unser Unternehmen als Arbeitgeber aus? Warum sollten die besten Talente ausgerechnet bei uns arbeiten? In Deutschlands Chefetagen werden Fragen wie diese zunehmend drängender. Denn in Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräfteknappheit müssen Unternehmen nicht mehr nur für ihre Produkte werben, sondern auch für sich als Arbeitgeber.

Im internationalen Vergleich berücksichtigen Arbeitgeber hierzulande Faktoren wie Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religion weniger stark bei der Neueinstellung von Mitarbeiterinnen / Mitarbeitern. Für den Report hat die internationale Employer-Branding-Beratung Universum, die zur Jobplattform StepStone gehört, von Februar bis März 2021 rund 1.200 Recruiting-Experten aus 71 Ländern befragt, darunter 87 aus Deutschland.

Für die beliebtesten Arbeitgeber ist Diversity selbstverständlich

In der Öffentlichkeit stehen zwar viele Unternehmen für Vielfalt und Diversität ein und tragen dies über Marketingmaßnahmen zunehmend auch nach außen. Laut Studie sieht es auch immerhin fast jeder zweite Arbeitgeber (48 Prozent) in Deutschland als sehr wichtig an, bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter auf Diversity zu achten. Allerdings achten Unternehmen aus anderen Ländern deutlich stärker auf Vielfalt (61 Prozent). Bei den sogenannten „World’s Most Attractive Employers“ (WMAE)*, also den weltweit attraktivsten Arbeitgebern und Vorreitern in puncto Employer Branding, legt sogar nahezu jedes Unternehmen (98 Prozent) Wert auf Vielfaltskriterien bei ihren Einstellungsprozessen. Dafür achten deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich stärker auf Lernfähigkeit (+18 Prozent) und Kommunikationsfähigkeit (+14 Prozent) neuer Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter.

Deutsche Arbeitgeber erwarten schwierige Einstellungsbedingungen

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen rechnet damit, dass der Personalbedarf in Zukunft gleich bleibt (41 Prozent) oder sogar steigt (30 Prozent). Gleichzeitig erwartet rund ein Drittel aller deutschen Arbeitgeber (32 Prozent), dass es in den kommenden zwölf Monaten schwieriger werden wird, neue Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter zu finden. „Derzeit erleben wir einen Jobboom in nahezu allen Branchen und Berufen. Viele Unternehmen suchen händeringend Personal. Diese Entwicklung wird sich intensivieren, denn der demografische Wandel erreicht den Arbeitsmarkt gerade erst“, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarkt-Experte bei StepStone. „Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen sich spätestens jetzt intensiv mit ihrem Profil als Arbeitgeber auseinandersetzen.“

*Über die WMAE

Die weltweit attraktivsten Arbeitgeber (World’s Most Attractive Employers, kurz: WMAE) umfassen die 90 attraktivsten Arbeitgeber in den zwölf führenden globalen Volkswirtschaften: Frankreich, Italien, Deutschland, Kanada, Russland, Japan, China, Indien, Südkorea, Brasilien, Großbritannien und die USA. Dazu zählen unter anderem adidas, die BMW Group, Volkswagen, IBM und L’Oreal. Um sich für die WMAE-Liste zu qualifizieren, müssen Arbeitgeber in mindestens sechs dieser führenden Volkswirtschaften zu den Top-Arbeitgebern gehören, die in dem weltweiten Student Survey von Universum ermittelt wurden. In der Employer-Branding-Now-Studie analysiert Universum u.a. die Employer-Branding-Strategien der attraktivsten Arbeitgeber und stellt die Ergebnisse denen der anderen Befragten gegenüber. Ziel ist es, zu verstehen, was Top-Arbeitgeber anders machen und wie aufstrebende Arbeitgebermarken von den Best Practices der WMAE lernen können.

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