Der Jobmarkt bleibt vital

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Jobwechsel-Kompass für das vierte Quartal 2022: Wechselbereitschaft bei jungen Akademiker*innen am höchsten, bei Nichtakademiker*innen sinkt sie. Das HR JOURNAL stellt die Ergebnisse zum Jobmarkt exklusiv vor.

Die Wechselbereitschaft in Deutschland geht erstmals in diesem Jahr leicht zurück, ist aber immer noch auf dem zweithöchsten Niveau des laufenden Jahres. So sind derzeit bundesweit 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland an einem Jobwechsel interessiert – drei Prozent weniger als im August des Jahres, aber sechs Prozent mehr als zu Beginn des Jahres. Zu diesem Ergebnis kommt der Jobwechsel-Kompass, den die Königsteiner Gruppe quartalsweise mit der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de erhebt. Für die aktuelle Ausgabe wurden bundesweit 1.010 Beschäftigte befragt.

Vorsichtiger zeigen sich derzeit vor allem Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer ohne akademische Ausbildung. Von ihnen sind „nur“ noch 24 Prozent offen für einen Wechsel. Das sind neun Prozent weniger als noch im dritten Quartal des Jahres. Bei Akademikerinnen / Akademikern liegt der Anteil dagegen mit 36 Prozent der Befragten über dem generellen Durchschnitt. Der Jobwechsel-Index (Skala 1-5) fiel insgesamt leicht von 2,6 auf 2,5.

Deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt liegt die Wechselbereitschaft jüngerer Menschen. In der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren liegt sie derzeit bei einem Anteil von 38 Prozent. Auch bei den 30- bis 39-Jährigen ermitteln die Arbeitsmarktexperten eine Wechselquote von 37 Prozent. Für diese beiden Altersklassen liegt der Jobwechselindex bei 2,9. Erst mit steigendem Alter nimmt die Risikobereitschaft ab.

Grafik Jobwechselkompass zum Jobmarkt Dezember 2022Frauen sind wechselwilliger als ihre männlichen Kollegen

Bemerkenswert ist derweil der hohe Anteil an risikofreudigen berufstätigen Frauen. Von ihnen können sich derzeit 36 Prozent eine berufliche Veränderung vorstellen, während das gerade einmal 24 Prozent der Männer kundtun. Der Jobwechsel-Index für Frauen liegt aktuell bei 2,7, der für Männer bei 2,3. Ein Erklärungsansatz: Frauen scheinen offenbar schneller bereit, die Konsequenzen zu ziehen, wenn sie unzufrieden mit ihrem Arbeitgeber sind. Denn von den Frauen, die aktuell unglücklich in ihrem Unternehmen sind, sind genau zwei Drittel (66 Prozent) wechselwillig. Bei den unzufriedenen Männern liegt der entsprechende Anteil bei „nur“ 52 Prozent.

Zum Vergleich: Bei den Beschäftigten, die eigentlich zufrieden mit Arbeitgeber und Arbeitssituation sind, liegt der entsprechende Anteil bei 21 Prozent (Frauen) beziehungsweise 13 Prozent (Männer). Auch beim Blick in ihre berufliche Zukunft zeigen sich Frauen optimistischer. 26 Prozent von ihnen sind der Ansicht, in einem Jahr noch bessere Chancen auf dem Jobmarkt zu besitzen. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 21 Prozent.

Beschäftigte schauen optimistisch in ihre Job-Zukunft

Nils Wagener
Nils Wagener ©Cherie Birkner

„Inflation, Krieg in der Ukraine und die hoffentlich auslaufende, aber immer noch nicht ganz überwundene Pandemie sind schwierige Rahmenbedingungen. Trotzdem bewegt sich die Wechselbereitschaft in Deutschland nach wie vor auf hohem Niveau. Die Deutschen bleiben rund um ihre Arbeitssituation optimistisch. Das ist eine Trendwende – denn bisher war die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ein Konjunkturbarometer. Das ist nun anders. Derzeit ist sie losgelöst von der wirtschaftlichen Entwicklung“, interpretiert Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe die Ergebnisse des regelmäßigen Arbeitsmarktbarometers.

Zum Ende des Jahres 2022 schätzen Beschäftigte ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als noch besser ein als noch vor drei Monaten. Aktuell glauben 68 Prozent hier gute Möglichkeiten zu besitzen – 7 Prozent mehr als im letzten Quartal. Auch was die Zukunft betrifft, sind die Deutschen hinsichtlich ihrer Position auf dem Jobmarkt durchaus optimistisch. So sind 24 Prozent überzeugt, dass sich ihre Situation in 12 Monaten noch einmal verbessert hat, während weitere 55 Prozent von einer Verfestigung ihrer ohnehin schon guten Situation in diesem Zeitraum ausgehen.

Foto Peter Langbauer
Peter Langbauer

„Wir sehen an unseren Zahlen nach wie vor eine hohe Neigung, den Job zu wechseln. Vor allem weibliche Beschäftigte und junge Menschen schauen sich verstärkt nach neuen Chancen bei anderen Arbeitgebern um. Der Arbeitsmarkt bleibt also vital und vom Arbeitskräftemangel geprägt.“, so Peter Langbauer, Geschäftsführer der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de, zu den Ergebnissen.

Über die Analyse

Für den Jobwechsel-Kompass befragt das Marktforschungsinstitut bilendi im Auftrag der Königsteiner Gruppe sowie stellenanzeigen.de quartalsweise mehr als 1.000 Beschäftigte zu ihren beruflichen Zukunftsaussichten sowie ihrer Wechselbereitschaft. Der aktuelle Befragungszeitraum lag für die vorliegende Ausgabe im November 2022. Alle Teilnehmer*innen waren zum Zeitpunkt der Befragung erwerbstätig.

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