Bewerbungsschreiben? Lebenslauf reicht.

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Immer mehr Unternehmen verzichten auf das Anschreiben. So einfach wie möglich soll die Bewerbung sein. Jetzt hat sich auch Ottobock dazu entschieden.

Ein Zeichen der Motivation soll es sein, so das Ansinnen der Personaler in früheren und vielfach auch heutigen Zeiten. Eine Möglichkeit, sich zu positionieren und von anderen abzuheben, meinen andere. Im Marketing oder in der PR mag das so sein, aber in der IT oder bei Azubis? Viele dringend gefragte Kräfte machen von dieser Möglichkeit wenig Gebrauch. Sie müssen es auch nicht unbedingt.

IT-ler zum Beispiel sind nicht für ausgefeilte Texte bekannt. Und wäre ich Leiter IT in einem Unternehmen, dann fände ich die Fähigkeit von Bewerbern, fehlerfrei und ansprechend schreiben zu können, schon einen Pluspunkt. Aber eigentlich würde ich gerne ganz andere Dinge von Bewerbern wissen wollen. Etwa, ob die neue Kraft bestimmte Lücken füllen wird, das Team entlastet, ob sie ins Team passt. Erfahre ich das durch ein meist allzu beliebig formuliertes Anschreiben? Wohl kaum.

Anschreiben oft zu allgemein

Eine kurze Meldung von Ottobock hat mich dazu gebracht, dieses nicht wirklich neue Thema wieder aufzugreifen. Bei der Unternehmensgruppe mit Sitz in Duderstadt reicht für eine Bewerbung künftig ein aktueller Lebenslauf aus. „Wir haben festgestellt, dass viele Bewerberinnen und Bewerber statt eines Anschreibens ihren Lebenslauf doppelt hochgeladen haben oder dass das Anschreiben eher allgemein und relativ kurz gehalten war“, erklärt Charlotte von Riess (Foto li.), Head of Talent Acquisition & Employer Branding. „Ob ein Kandidat/eine Kandidatin wirklich zu der Stelle und uns passt, stellen wir eher durch Stationen im Lebenslauf, ein erstes persönliches Telefonat sowie durch ein Vorstellungsgespräch (digital oder vor Ort) fest.“

Sprachnachrichten tun es auch

Dem Unternehmen war aufgefallen, dass Bewerberinnen und Bewerber im Kommunikations- und Marketingbereich oft das Anschreiben nutzen, um darzustellen, warum sie sich für den Job eignen und warum sie sich dafür interessieren. Im digitalen und IT-Umfeld wird meist Kürze vorgezogen. Zukünftig wird Ottobock auf die verschiedenen Jobinteressenten und ihre Präferenzen eingehen. Wer möchte, kann auch ein Bewerbungsvideo senden. In bestimmten Berufen wäre die Sprachnachricht „Hallo, ich interessiere mich für den folgenden Job“ ausreichend.

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